Distrikt 1950

Bilanz eines Governorjahrs -

Gov. Büring (l.) bei der Konferenz „Women in Rotary“ in Budapest © privat

01.07.2017

Bilanz eines Governorjahrs

"Relevant und sichtbar sein"

Patrick Shaw

Wenn Christine Büring auf ihr Governorjahr zurückblickt, drehte sich dieses vor allem um eines: Kommunikation.

Rotary muss über sich erzählen lernen“, sagt Christine Büring. „Wir müssen zu greifbaren Menschen werden, deren Beweggründe man nachvollziehen kann und deren Projekte so plausibel und beeindruckend sind, dass andere sie selbst begleiten möchten.“ Nur so sei Rotary interessant für besondere Menschen, die bereit sind, ihre Zeit und Energie einzusetzen, auch wenn sie diese ebenso für Beruf und Familie benötigen.

Keine Einzelkämpfer mehr

Kommunikation ist dabei alles. Zu diesem Zweck hat die Altenburgerin schon zu Beginn ihres Governorjahrs ein mehrköpfiges Team gegründet, denn in Zeiten von Internet und sozialen Medien sind Informationsfluss und Öffentlichkeitsarbeit nicht mehr von „Einzelkämpfern“ zu bewältigen. Nun gibt es im Distrikt eigene Ansprechpartner für RO.CAS und RO.WEB, Rotary Magazin, soziale Netzwerke, Schulung und Konzeption. Sie arbeiten Jahrespläne und Seminarformate aus, greifen Themen aus den Clubs auf und helfen, Pressearbeit zu planen oder Internetseiten spritzig zu gestalten.

Auch in die Distriktveranstaltungen ist frischer Wind gekommen. Das Ziel: Dialog und Einbindung der Clubs und ihrer Mitglieder in das Netzwerk des Distrikts – das „Du“ zwischen Governor, Beirat und Präsidenten inklusive. Für die Assistant Governors gibt es neue „Jobbeschreibungen“, und bei „Gestatten Rotary“ lernen Neumitglieder Rotary über die Clubgrenzen hinaus kennen.

Nicht umgesetzt wurde das von Büring initiierte, bundesweite Projekt der „Rotary Tes­timonials“. Für den Distrikt lud die Governorin jedoch eine Produzentin ein, kleine, Social-Media-fähige Interviews und einen Kurzfilm zu drehen. „Wir müssen uns mit den Augen derer sehen, die uns nicht kennen“, erklärt sie. „Wenn wir dann immer noch spannend und wahrhaftig sind, finden die richtigen Menschen auch den Weg zu uns.“

Rotary müsse „relevant und sichtbar sein“, fordert die 53-Jährige. Dafür biete sich in Deutschland das Thema Bildung an. „Erfolgreiche Menschen benötigen, haben und schätzen Bildung. Deshalb unterstützen sie Projekte, wo Bildung nottut.“ So baue der Distrikt im Zuge des Projekts „Sanitation for Education“ gemeinsam mit dem Distrikt 3141 nicht nur Toiletten an indischen Schulen, sondern fördere auch den Hygiene-Unterricht. „Deutscher geht es nicht“, lacht die Governorin. Dabei wird das Projektvolumen von 300.000 US-Dollar paritätisch finanziert und von den Indern gemanagt.

Neben Wertegemeinschaft und Netzwerk sieht Christine Büring Rotary nach ihrem Governorjahr nicht zuletzt als „wilde Mischung von Menschen mit ungeheurer Schlagkraft“, die „fantasiereich und beileibe nicht überholt“ sei. Aber Rotary müsse anders kommunizieren – besonders in Deutschland. Da seien die Inder schon weiter.

Erschienen in Rotary Magazin 7/2017

Patrick Shaw
Patrick Shaw, Jahrgang 1975, war von 1997 bis 2001 Sanitätsoffizieranwärter der deutschen Luftwaffe und ist seit 2003 Redakteur der Nürnberger Nachrichten in den Landkreisen Roth und Weißenburg-Gunzenhausen. Er war Gründungsmitglied und Präsident des Rotaract Clubs Weißenburg, 2005/06 Rotaract-Distriktsprecher sowie von 2007 bis 2013 Assistant Governor und Rotaract-Beauftragter im Distrikt 1950. Von 2008 bis 2010 betreute er redaktionell den Mitgliederbrief der German Rotary Volunteer Doctors. Seit 2007 ist er Mitglied des Rotary Clubs Roth und war dort 2015/16 Präsident. Das Amt des Distrikt-Berichterstatters übt er seit 2016 aus.

Rotary Magazin 11/2017

Rotary Magazin Heft 11/2017

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Nach dem zweitschlechtesten Ergebnis der CDU und der Niedersachsen-Wahl scheint es in der Partei zu gären. Die Probleme liegen aber nicht nur an Merkel, sie sind struktureller Natur.

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