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Müllheim-Badenweiler

Trinkwasseraufbereitung im Senegal

Müllheim-Badenweiler - Trinkwasseraufbereitung im Senegal
Governor Elect Wilfried Gehart (links) und Präsident Mark Speck mit der Plakette zum 50-jährigen Jubiläum des Clubs. © RC Müllheim-Badenweiler

Der Rotary Club Müllheim-Badenweiler feiert sein 50-jähriges Bestehen. Anlässlich seines Jubiläums startet der Rotary Club eine neue Hilfsaktion für die durstleidende Bevölkerung in Afrika. Das Projekt "Ein Wasserkiosk für den Senegal" wird als internationales Vorhaben realisiert.

Peter Leinberger15.02.2017

Am 11.Februar feierte der Rotary Club Müllheim-Badenweiler mit einem großen Festabend in der Alten Post in Müllheim sein 50-jähriges Bestehen. Der Präsident des Clubs, Mark Speck, begrüßte neben den eigenen Mitgliedern Gäste von mehreren anderen Rotary Clubs aus Deutschland, der Schweiz und Frankreich sowie die Damen des hiesigen Inner-Wheel-Clubs. Diese 150 geladenen Gäste in festlicher Robe erfreuten sich eines großartigen Abends mit interessanten Reden, einem vorzüglichen Festmenü, beschwingtem Tanz und einer Demonstration eines neuen Clubprojekts.


Trinkwasseraufbereitung im Senegal

Trinkwasser und Hygieneförderung ist einer der sechs Kernbereiche des Future Vision Plans von Rotary.

Mehr als 2,5 Milliarden Menschen müssen ihren Alltag ohne adäquate sanitäre Einrichtungen meistern.
Mindestens 3.000 Kinder sterben täglich an Durchfallerkrankungen, die durch unsauberes Wasser hervorgerufen werden. Rotary unterstützt weltweit Projekte, um nachhaltige Wasser- und Sanitärsysteme zu entwickeln und instand zu halten, und fördert Studien im Bereich Wasser und Hygiene.

Der RC Müllheim-Badenweiler wird als neues internationales Vorhaben im Jubiläumsjahr 2016/2017
komplementär zu den zahlreichen Aktivitäten im Clubgebiet das Projekt ,,Ein Wasserkiosk für den Senegal"
realisieren. ln der Region Diarrere-Sine Saloum im Senegal leben 6.000 Menschen, die von der Landwirtschaft leben. Es gibt einen 20 Jahre alten Wasserturm, dessen Wasser jedoch ohne Aufbereitung nicht trinkbar ist.

Neben der Wasseraufbereitungsanlage umfasst das Projekt die Einrichtung eines Wasser-Lieferservices mit Kanistern vom Zentrum aus in das gesamte Dorf und die umliegenden dazugehörigen kleineren Orte in einem Radius von zehn Kilometern, die Schaffung von zehn direkten Arbeitsplätzen, Verbesserung des Gesundheitszustandes der Bevölkerung, Kampf gegen Landflucht durch Verbesserung der Lebensqualität und des sozialen Zusammenhalts, Wasserverkauf zu einem bezahlbaren Preis, um die Anlagenerhaltung und die Arbeitsplätze zu sichern, kostenlose Verteilung von Wasser an Kinder in Schulen und Gesundheitsstätten.

Durch verschiedene Veranstaltungen des Clubs und Spenden an das Hilfswerk soll das Kostenbudget gestemmt werden. Projektpartner ist die Stiftung "Access to Water Foundation" der Firma Swiss Fresh Water.

Entweder Salz- und fluorhaltiges Wasser aus Brackwasserbohrungen trinken oder sauberes Wasser aus dem Beutel kaufen - außerhalb der Regenzeit hatte die Bevölkerung im Sine-Saloum-Delta in Senegal keine andere Wahl. Wer sich das teure Beutelwasser - es kostet 20 bis 50 Euro-Cent pro Liter - nicht leisten kann, hat mit schweren Gesundheitsproblemen wie Hypertonie und Fluorose zu kämpfen.

Seit kurzem haben rund 150.000 Menschen eine Alternative: Sie können in lokalen Wasserkiosks für 1,5 Euro-Cent pro Liter sauberes Trinkwasser kaufen. Möglich ist dies durch die von der Schweizer Firma Swiss Fresh Water entwickelten Trinkwasseraufbereitungsanlagen, die in einer Behinderten-Werkstatt in Fribourg zusammengebaut werden.

Die kompakte Anlage, die nur 136x48x48 cm misst und 90 kg schwer ist, verfügt über zwei Reinigungsstufen: mit Ultrafiltration werden Schmutz und Keime entfernt, mit der anschließenden Umkehrosmose werden Salz, Arsen, Fluor und Metalle abgetrennt. Die Maschine produziert bis zu 170 Liter Trinkwasser pro Stunde und benötigt dafür 0,3 bis 0,5 kWh Energie, die aus Photovoltaikmodulen stammt oder vom lokalen Netz bezogen wird.

Mit dieser dezentralen Aufbereitungsanlage kann den Menschen in Entwicklungsländern sauberes Trinkwasser zu günstigen Preisen zugänglich gemacht und gleichzeitig werden Arbeitsplätze vor Ort geschaffen.


Der Club startet die Aktion mit einer Investition von 25.000 Euro, die aus Spenden anlässlich der Jubiläumsfeier generiert wurden und wird das Projekt weiter begleiten.

Zur Motivation der Spendenfreudigkeit wurde am Abend eine Demonstration der Aufbereitungsanlage mit einer Wasserverkostung durchgeführt (siehe oben).

Detlef Stachel
RC Müllheim-Badenweiler

 

 

Peter Leinberger
Peter Leinberger ist Rotarier seit 1981. Präsident des RC Bruchsal-Bretten 1991/92. Studium der Pharmazie und Studium der Tiermedizin. Nach zuletzt 35 Jahren Selbständigkeit seit 2014 im Ruhestand. Noch vielseitig engagiert u.a. im Tierschutz (TVT AK 6), der Erhaltung alter Haustierrassen (G.E.H.), der Kultivierung von Kakteen (spez. winterharter) und im sozialen Bereich (Pelikan-Verein zur Unterstützung der Palliativ-Station der Rechberg-Klinik, Dr. Gaide-Stiftung). Ab Juli 2015 Berichterstatter des Distrikts 1930 für das Rotary Magazin.