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Distrikt

Zwischen Hoffnung und Heimweh

Distrikt - Zwischen Hoffnung und Heimweh
Wurde unentgeltlich im Brüderkrankenhaus St. Josef behandelt: Abdul mit Krankenschwester Katrin Brockmann (links neben ihm), dahinter Chefarzt Dr. Heinrich Gellhaus und Lothar Westermann (Präsident RC Paderborn-Bürener Land), sowie Krankenschwester Swetlana Fongrad (vorn rechts) und Claudia Westermann (RC Paderborn-Bürener Land - vorn links). © Brüderkrankenhaus/Vieler

Der RC Paderborn-Bürener Land begleitete den Behandlungsprozess eines kleinen Patienten aus Afghanistan. Die Basis bildete ein vor zwei Jahren initiierter District Grant

Katja Finke01.01.2019

Bis zu 150 kranke Kinder aus den Krisengebieten dieser Welt finden regelmäßig im Friedensdorf Oberhausen ein vorübergehendes Zuhause. Hier hoffen sie auf medizinische Hilfe von Ärzten und Krankenhäusern bundesweit, die sie in ihrer Heimat nicht bekommen. Die ein bis zwölf Jahre alten Kinder leiden an Knochenentzündungen, Brandverletzungen oder an den Folgen von Explosionen. Einer von ihnen ist der 11-jährige Abdul. Mit einer Knochenentzündung im linken Oberarm wurde er aus Afghanistan ins Friedensdorf geflogen. Nach einer kurzen Akklimatisierungsphase in Oberhausen wurde er im Brüderkrankenhaus St. Josef in Paderborn stationär aufgenommen und von Dr. Heinrich Gellhaus, Chefarzt der Klinik für Unfall-, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, zweimal operiert. Für Gellhaus, der seit Jahren mit dem Friedensdorf kooperiert, Routine, für das Krankenhaus eine Premiere. Dass alle Beteiligten die Situation optimal meisterten, lag an der Vorarbeit und  intensiven Begleitung des stationären Aufenthaltes von Abdul. So sprach der 11-Jährige nur seine Muttersprache Paschtu. Und auch die für uns gewohnten Gegenstände des Alltags waren absolutes Neuland für ihn.

Belohnung: Abduls Lächeln
Um das Pflegeteam zu entlasten, unterstützte der RC Paderborn-Bürener Land den Krankenhausaufenthalt von Abdul mit Besuchen zwei Mal täglich. Neben der Betreuung gegen aufkommendes Heimweh stand für die Rotarier, aber auch für deren Partner und Kinder, gemeinsames Spielen, Malen, Basteln und Spaziergänge sowie Wäsche waschen auf dem Programm. „Gar nicht immer so einfach dank der Sprachbarrieren und kulturellen Unterschiede“, schmunzelt Präsident Lothar Westermann bei der Erinnerung. „Doch Abduls Lächeln und sein Strahlen waren der schönste Lohn für das intensive Engagement“, so Westermann weiter.

Nach drei Wochen konnte Abdul mit sehr guter Prognose den Weg ins Friedensdorf zurück antreten. Hier wartet er nun voller Freude auf den Rückflug und das Wiedersehen mit seiner Familie. Für ihn hat sich eine Hoffnung erfüllt. Und auch für Victor, einen 7-Jährigen aus Angola, gibt es mittlerweile in Paderborn Hoffnung. Gegen das aufkommende Heimweh hat auch für ihn der RC Paderborn-Bürener Land die richtige Medizin.

Katja Finke
Katja Finke (RC Paderborn-Bürener Land)  ist Geschäftsführerin einer Werbeagentur und Unternehmensberatung. Im Distrikt 1900 ist sie für die Bereiche Kommunikation und Berichterstatterin zuständig. Seit 2016 unterstützt sie den Rotary Jugenddienst Deutschland in der Öffentlichkeitsarbeit.

 

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