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D1940

Zwischenbilanz: Eine Million Euro

D1940 - Zwischenbilanz: Eine Million Euro
Barbara Hardkop als 1. Vorsitzende und Past-Governor Jürgen Frerker wollen das Stipendienprogramm des Distrikts weiterentwickeln. © Matthias Schütt

Das Stipendienprogramm des Distrikts für polnische und osteuropäische Studenten läuft seit 1998 mit großem Erfolg.

Matthias Schütt01.12.2017

Dank des Engagements von jährlich etwa 30 Clubs im Distrikt 1940 werden polnische und osteuropäische Studierende zu Botschaftern der rotarischen und europäischen Werte in unruhigen Zeiten.

„Mein Traum ist es, jeden Tag eine Brücke zwischen Polen und Deutschland zu schlagen und so die deutsch-polnischen Beziehungen besonders zwischen jungen Menschen zu festigen und auszubauen. Meiner Meinung nach ist das die beste Investition in die Zukunft Europas.“ Das sagt eine polnische Studentin der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder, die nicht nur herausragende Studienleistungen erbringt, sondern ihre Freizeit dem Ziel der Völkerverständigung widmet. Aus diesem Grund wird sie in diesem Jahr vom Verein Rotary International Distrikt 1940 Stipendienprogramm e.V. finanziell unterstützt. 

Dieser Verein wurde 1999 von dem in diesem Jahr verstorbenen Freund Richard Pyritz vom RC Ratzeburg-Alte Salzstraße gegründet. Er hatte von der Situation an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder erfahren, wo zwar bestmögliche Integration angestrebt wurde, diese aber aufgrund der schlechten finanziellen Situation der polnischen Studierenden oft nicht möglich war. Frankfurt und das polnische Slubice auf der anderen Oder-Seite verbindet eine Brücke und ein 5-Minuten-Fußweg – und doch liegen immer noch Welten dazwischen. So fehlt den polnischen Studenten das Geld, um in Deutschland zu wohnen oder am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. 18 Jahre lang überzeugte Pyritz viele Clubs, sich an dem Programm zu beteiligen. Insgesamt sind so an die eine Million Euro Fördergelder für ca. 500 Studierende zusammengekommen.

Dabei bleibt es nicht bei der Unterstützung. Die StipendiatInnen werden regelmäßig in die Aktivitäten des betreuenden Clubs einbezogen, sodass sie die rotarischen Werte kennenlernen und rotarisches Wirken erleben – und als Alumni später möglichst in ihrem Heimatland fortsetzen. Sie werden zu Botschaftern der rotarischen und europäischen Werte.

Nach dem Tod von Richard Pyritz haben Barbara Hardkop vom RC Herzogtum Lauenburg-Mölln und Jürgen Frerker vom RC Neuruppin die Leitung des Stipendienvereins übernommen und planen nicht nur die Fortführung des erfolgreichen Programms, sondern entwerfen gerade weitere Projekte für die Entwicklung der deutsch-polnischen Beziehungen.

Matthias Schütt

Matthias Schütt ist selbständiger Journalist und Lektor. Von 1994 bis 2008 war er Mitglied der Redaktion des Rotary Magazins, die letzten sieben Jahre als verantwortlicher Redakteur. Seither ist er rotarischer Korrespondent des Rotary Magazins und seit 2006 außerdem Distriktberichterstatter für den Distrikt 1940.