https://rotary.de/gesellschaft/bridge-to-bosnia-a-2486.html
Medizin, Bildung und Starthilfen

»Bridge to Bosnia«

In Bosnien-Herzegowina werden in einem Gesamtprojekt des Distrikts 1910 friedenssichernde Clubkräfte gebündelt

Heinrich Marchetti-Venier12.11.2012

"Bridge to Bosnia-Herzegowina“, so nennt sich das Hilfsprogramm des Distriktes 1910, das von Past-Governor Barbara Kamler-Wild initiiert und von Governor Herbert Ederer – in Zusammenarbeit mit den Assistant-Governors – fortgesetzt wird. Es dient der Friedensfindung wie der Verhinderung des Zerfalls der Föderation und widmet sich unter multiethnischer Überwindung lokaler und regionaler Grenzen der Entwicklung von Schwerpunktprojekten im Subdistrikt:

1. Medizinische Versorgung im ländlichen Raum

  • Angespornt durch das Projekt „Medical Center Srbrenica“ mit dem RC Klosterneuburg wird der Ausbau von medizinischen Ambulanzen in ländlichen Gebieten der Regionen um Banja Luka, Tuzla und Sarajevo weitergeführt. Im Realisierungsstadium befindet sich eine Ambulanz in Zepce, die von den Clubs von Korneuburg und Feldbach betrieben wird.
  • Die Verbesserung der Brustkrebsvorsorge hat sich der RC Wien-Albertina zum Ziel gesetzt. Durch Bereitstellung von Mammografiegeräten soll die derzeitige Wartezeit von zwei Jahren auf eine Vorsorgemammografie deutlich reduziert werden.
  • Einem medizinischen Zukunftsprojekt, der Ausbildung von medizinischen Gemein­deschwestern für ländliche Regionen, widmet sich der RC Voitsberg-Köflach.
  • Der RC Feldbach stellte medizinische Ausrüstung bereit.
  • Ein Krankentransportfahrzeug wurde durch den RC Spittal/Drau beschafft.

 

2. Soziale Vorhaben

  • Zahlreiche Clubs unterstützten regelmäßig in Not geratene Familien.
  • Unter dem Namen „Grey Home“ fördert der RC Wien-Graben ein Sozialheim in Bijeljina.

 

3. Bildungsprojekte und -stipendien

  • Hier ist vor allem die Beschaffung einer Computerausrüstung für Kinder in Srebrenica zu nennen.
  • Beim Projekt „Future Bags“, das Leitprojekt des RC Bruck-Neusiedl, erhielten über 3000 Schüler zu ihrem Schulstart eine neue Schultasche.
  • Als Anerkennung der Leistung von besonders begabten Schülern werden ab diesem Schuljahr in jeder Region neun Jahresstipendien zu 450 Euro vergeben.

 

4. Landwirtschaftsprojekte

  • Vom RC Wiener Neustadt ausgehend sollen „Himbeer-Mini­farmen“ die Existenzgrundlage für junge Familien, Kriegswitwen und Rückwanderer im Raum Srbrenica sichern helfen. Im April 2012 wurden fünf solcher „Himbeer-Minifarmen“ für bedürftige Familien ausgepflanzt.
Heinrich Marchetti-Venier

DDr. Heinrich Marchetti-Venier wurde in Oberösterreich geboren. Nach dem Abitur nahm er ein Studium des Lehramtes sowie der Geistes- und Naturwissenschaften an den Universitäten Salzburg auf, es folgten die Stationen, Wien, München, Bochum, Turin, Strasbourg und Washington. Anfangs Tätigkeit in der Raumordnung, später als Historiker und Privat-Gutachter sowie Autor. Er hatte lange Zeit das Amt des Distriktberichters für die österreichischen Distrikte D 1910 und 1920 inne. Heinrich Marchetti-Venier starb im November 2015.