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Vortragsreihe Teil 5

Ein Blick auf die Ethik

Vortragsreihe Teil 5 - Ein Blick auf die Ethik
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Rotarisch intellektuelles Vergnügen im Rahmen der Vortragsreihe "1820 – Frühlingserwachen": Ein Ausblick mit Briefen für den Frieden

Christian Kaiser03.04.2021

"Sieben Mal rotarisch intellektuelles Vergnügen in einer Woche" hatte DG Henning von Vieregge versprochen - und die damit geweckten hohen Erwartungen wurden von allen rotarischen Referentinnen und Referenten übererfüllt. Angesichts der insgesamt dreieinhalb Stunden Vortragszeit mit einer Fülle von gehaltvollen Gedanken, Impulsen, Anregungen - auch in den sich anschließenden Diskussionen - können die Distriktreporter hier nur einzelne Eindrücke widergeben. Alle Vorträge wurden aufgezeichnet und können über die Distrikt-Homepage abgerufen werden.


Schwache Bindung, starke Wirkung: Ein neuer Blick auf die alte Ethik

Der Publizist und Dozent Henning von Vieregge (RC Frankfurt/M.-Alte Oper), Governor im D 1820, blickt zu Beginn seines Vortrages zurück in die dreißiger Jahre. Mitglieder des RC Keokuk (Iowa) hatten damals angesichts der sich aufbauenden Spannungen alle Rotary Clubs weltweit mit einem Friedensappell angeschrieben und eine Friedenspfeife beigelegt. Diese Briefsammlung wurde kürzlich wiedergefunden – mit einer bemerkenswerten Antwort des RC Jerusalem: "Wir haben überzeugte Zionisten und ebenso überzeugt antizionistische Araber im Club. Darüber hinaus Briten, Amerikaner, Deutsche. Alle begegnen sich als Rotarier freundschaftlich, obwohl sie sich bei vielen Themen deutlich unterscheiden."

Gemessen an diesem Ideal nennt der Referent folgende Voraussetzungen für das rotarische Miteinander: Rotarier sollten "hybride" Identitäten leben können mit Toleranz von Ambiguität. Wichtig ist die Begegnung auf Augenhöhe – z.B. durch die titelfreie Anrede mit "Freund". Daraus folgt Vertrauen zueinander – aber mit Abstand. "Service above Self” kann lt. Henning von Vieregge nur in einer Entwicklungspartnerschaft realisiert werden – nie mit einer Hilfe "von Oben". Ans Ende seines Vortrages stellt er den Vorschlag, die rotarischen vier Fragen um eine "Frage Fünf" zu erweitern: "Ist mein Handeln nachhaltig?"


Mehr aus der Veranstaltungsreihe auch unter: www.rotary.de/a17795, www.rotary.de/a17807, www.rotary.de/a17808, www.rotary.de/a17809, www.rotary.de/a17811, www.rotary.de/a17812

Christian Kaiser

Christian Kaiser wurde 1942 in Hessen geboren, machte Abitur in Hanau. Studium der Agrarwissenschaften in Göttingen und Bonn mit Promotion. Pächter der Hessischen Staatsdomäne Kinzigheimerhof bis 2004. Öbuv. Sachverständiger. Verheiratet, zwei Kinder. Seit 1981 im RC Hanau. Präsident 1999/2000, PHF+3 und Distriktberichterstatter für D 1820.