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Distrikt 1920

Rotary und „rechtskulturelle“ Werte Österreichs

Distrikt 1920 - Rotary und „rechtskulturelle“ Werte Österreichs
Der RC Wels Nova über gab mehrere Kisten Holz-Baustein in der Burg Welser Volksschule. © RC Wels Nova

In einem Vortrag von Prof. Dr. Stadler anlässlich der Distriktsversammlung 2015/16 in Kitzbühel zur aktuellen Diskussion in den rotarischen Clubs wird deutlich, wie dringend unser Engagement angesichts großer Interpretations-Spielräume in unserer Bundesverfassung von 1929 zur Werte-Diskussion ist.

Gustav Oberwallner01.12.2016

Prof. Stadler wies auf den sehr „formalen“ Aufbau unserer Verfassung hin, der im Gegensatz zu dem 1811 verfassten ABGB – mit seinen wertenden Aussagen – vom Verfasser Kelsen in vielen Bereichen „wertneutral“ ausgerichtet ist. Anders als in Deutschland, kam es nicht zur Verabschiedung eines allgemein gültig anerkannten Grundwerte-Katalogs.

Der Artikel 7 des Bundes-Verfassungsgesetzes (B-VG) - „Alle Staatsbürger sind vor dem Gesetz gleich. Vorrechte der Geburt, des Geschlechtes, des Standes, der Klasse und des Bekenntnisse sind ausgeschlossen.…“ - und der später verabschiedete Verfassungs-Artikel 14 (5a) –VG zu Obliegenheiten der Schulbehörde widerspiegeln unser „rechtskulturelles“ Selbstverständnis: „Demokratie, Humanität, Solidarität, Friede und Gerechtigkeit sowie Offenheit und Toleranz sind Grundwerte der Schule..“ …

Diese in unserer Verfassung angesprochenen Werte widerspiegeln auch das Wertesystem von uns Rotariern bei der 4-Fragen-Probe.

Dank zahlreicher Initiativen rotarischer Clubs in OÖ, wie Wels Nova, Wels Burg, Gmunden, Kremsmünster, Kirchdorf, Bad Ischl, Rohrbach, … um nur einige exemplarische aufzuzeigen, verfolgen wir das gemeinsame Ziel im Distrikt für eine gelungene Integration von Asylanten.

Die Bausteine sind da! - Und alle griffen zu.

RC Wels NOVA und RC Wels Burg stellen durch ein gemeinsames erfolgreiches Hands-On-Projekt mit der Welser Volksschule - Übergabe von 85 Kisten mit Kapla-Steinen im Wert von rund 15.000 Euro ihre Handlungsfähigkeit in einem schwierigen Umfeld mit einem überdurchschnittlichen Anteil von Schülern mit Migrations-Hintergrund unter Beweis.

Als nächster Schritt steht die Unterstützung beim Berufseinstieg – unter Umständen auch mittels Lehrverhältnissen – an. Rotarische Unternehmer des RC Gmunden nahmen sich das Integrations-Modell der Rotary Clubs von Vorarlberg – mit der Förderung von Talenten – zum Vorbild und stellen bereits anerkannten jugendlichen Asylanten mit ausreichenden Deutsch-Kenntnissen konkrete Ausbildungs-Stellen zu Verfügung.

Toleranz und Unterstützung zur Selbsthilfe durch Hands-On-Projekte wird in diesem und ähnlichen Projekten unserer rotarischen Clubs vorgelebt.