Im Gespräch - »?Mein Land ist erklärungsbedürftig?«

Zhanat Erkinbekova aus Kirgistan verbrachte ein Jahr in Deutschland © Rotary Inernational

27.07.2011

Im Gespräch

»?Mein Land ist erklärungsbedürftig?«

Frauke Eichenauer

Zhanat Erkinbekova aus Kirgistan nahm am Rotary Jugendaustausch teil und verbrachte ein Jahr in Hannover. Kurz nach ihrer Ankunft im August 2010 berichtete das Rotary Magazin im Heft 09/2010 bereits über die Schülerin, die Anfang September 18 Jahre alt wird. Jetzt wollten wir wissen, wie es Zhanat im letzten Jahr ergangen ist und trafen sie kurz vor ihrer Abreise zurück nach Kirgistan am Rande der Distriktkonferenz von D-1800 in Wolfsburg

Wie lautet dein Fazit des Austauschjahres?

Zhanat Erkinbekova: Meine Kindheit ist hier zu Ende gegangen, nun bin ich selbstständig.

 

Wirst du etwas an Deutschland vermissen?

Natürlich werde ich meine Freunde und meine Gastfamilie vermissen. Aber ich bin nicht nur traurig, denn in den letzten Monaten habe ich gelernt, wie groß die Bedeutung von Familie ist. Es war meine erste Auslandsreise, ich war noch nie so lange von meinen Eltern weg, die ersten beiden Monate hatte ich großes Heimweh. Aber meine Gastfamilie hat mir dann sehr geholfen.

 

Was ist dir positiv aufgefallen?

Dass man über alles frei reden kann. Auch über Jungs. Das geht zu Hause nur mit meiner Mutter. Man darf alles anziehen, bei uns nur höchstens knielang. Viel von der Kleidung, die ich hier gekauft habe, werde ich noch in Deutschland weggeben.

 

Was waren die negativen Seiten?

Keiner konnte etwas mit Kirgistan anfangen. Alle denken, wir wohnen da in Zelten. Sogar meine Gastmutter dachte das anfangs. Mein Land ist sehr erklärungsbedürftig. Es ist außerdem schwer, mit den Deutschen in Kontakt zu kommen. Ich habe fast ein halbes Jahr gebraucht, um Freunde zu gewinnen. An einem Tag spricht man mit mir und am nächsten kennt man mich nicht mehr.

Hat dir das Essen in Deutschland geschmeckt?

Ich habe mich hier an das Leben sehr gewöhnt. Mittlerweile esse ich sogar Schweinefleisch. Zuerst habe ich immer noch gefragt, ob im Essen Schwein drin sei, aber das war dann immer so peinlich, dass ich es aufgegeben habe. Ich muss immer alles probieren. Bratwurst zum Beispiel ist so lecker. Mein liebstes deutsches Essen sind alle Sorten an Kuchen. Aber besonders Käsekuchen. Und Pfannkuchen. So was gibt es bei uns nicht. Wir haben russischen Kuchen. Und der ist immer so süß mit viel Creme. Als ich losfuhr, habe ich 42 Kilo gewogen. Jetzt leider 50 Kilo. Früher habe ich immer gedacht, wenn starker Wind weht, pustet der mich weg. Das kann mir jetzt nicht mehr passieren. Wenn ich wieder zu Hause bin, soll meine Mutter die Kuchen backen. Rezepte habe ich schon gesammelt. Als Souvenir werde ich Gummibärchen mitbringen. Die gibt es bei uns nicht.

 

Was hast du für deine Zukunft geplant?

In einem Jahr mache ich Abitur, danach werde ich studieren. Ob in Deutschland, weiß ich noch nicht, denn ich will jetzt unbedingt auch besser Englisch lernen, das hat bisher noch nicht so gut geklappt.

 

Was bedeutet Rotary für dich?

Rotary ist etwas ganz Tolles in dieser Welt. Ich wusste früher gar nichts darüber. Ich bin begeistert, wie unwichtig bei Rotary Religion und Kulturkreis sind. Besonders den Jugendaustausch finde ich einfach super.

Erschienen in Rotary Magazin 8/2011

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