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Rotarys jüngste Zielgruppe

Neue Impulse für Interact

Interact – Rotarys Clubangebot für 12- bis 18-jährige Jugendliche – bekommt wieder Aufwind. Auf einem Interact-Forum des Distrikts 1820 in Gießen berichteten am Wochenende die Vertreter mehrerer Rotary Clubs von konkreten Interact-Gründungsplänen.

Matthias Schütt17.12.2013

Bis zu fünf neue Clubs scheinen möglich. Das ist für Past-Governor Peter Braess (Rotary Club Wesel-Dinslaken) eine gute Nachricht, denn der Beauftragte des Deutschen Governorrates für Rotaract und Interact kennt am besten die vielfältigen Probleme, die Serviceclubs für die Jüngsten im deutschen Rotary zu verankern. „Ich habe zweieinhalb Jahre lang immer wieder für Interact getrommelt“, zieht er eine vorläufige Bilanz seiner Amtszeit: „Jetzt zeigen sich doch einige Erfolge, vor allem im Distrikt 1820."

Dort hat Governor Christof Hottenrott sein Amtsjahr unter das Motto „Jugend und Bildung“ gesetzt und Interact als einen Eckpunkt gesetzt. Gestützt auf die Beauftragte für Neue Generationen, Heidrun Rosendorn (Rotary Club Kelsterbach Rhein-Main International), und Rotaract-Distriktsprecher Benjamin Jung (Rotaract Club Gießen) wurden die Rotary Clubs nachhaltig über Interact informiert. Das Ergebnis: In Bad Homburg und Usingen sind Interact-Gründungen „ziemlich sicher“, in Wiesbaden, Gießen und im Schwalm-Eder-Kreis gibt es konkrete Ansätze. Rosendorn erwartet für die zweite Hälfte des rotarischen Jahres zwei offizielle Clubgründungen.

Das Interact-Forum in Gießen war vor allem für den Gedankenaustausch wichtig, erklärt Benjamin Jung. Denn es gibt ganz unterschiedliche Konzepte, nach denen Interact Clubs aufgebaut werden. Die Grundsatzfrage lautet: school-based oder community-based? Nach dem ersten Konzept wird ein Club an einer Schule verankert, das zweite sieht eine Anbindung etwa an eine kommunale Einrichtung vor, etwa ein Jugendheim. Beide Konzepte haben Vor- und Nachteile, wie Rosendorn erläutert, was am einen Ort funktioniert, kann anderswo grundfalsch sein. Entscheidend sei ohnehin das persönliche Engagement der Rotarier, die die verantwortliche Betreuung der Minderjährigen übernehmen müssen.  


Warum Interact in Deutschland so schwer Fuß fasst, erklärt sich aus zwei strukturellen Problemen: Das eine ist die kurze Verweildauer der Jugendlichen in diesen Clubs: Sechs Jahre sind für eine nachhaltige Clubkultur zu kurz. Wachsen die jungen Leute aus Interact heraus, erlahmt oft – das zweite Problem – auch das Interesse der Betreuer, oft ihrer Eltern, die Clubs neu zu beleben. Past-Gov. Braess hat sich die Interact-Liste einmal kritisch angeschaut und festgestellt, dass von offiziell 20 Clubs in Deutschland gerade noch sechs als tatsächlich aktive eingestuft werden können. Er setzt nun vor allem auf junge, gemischte Rotary Clubs, die verstanden haben, dass sie mit Interact nicht nur Rotaract eine Nachwuchsbasis schaffen, sondern auch Rotary.