Kinder laufen für Kinder

Hunderte Kinder gingen bei Sommerhitze auf die Strecke, um für ihre Schulen und für Kinder auf Bali Unterstützung zu „erlaufen”
RC Kaufbeuren Ostallgäu. Wenn 2.107 Kinder an neun Schulen gleichzeitig oder nacheinander die Laufschuhe schnüren, dann ist klar: Es wird gelaufen, geschwitzt, angefeuert – und irgendwo stehen ziemlich viele Äpfel bereit. Auch 2026 war „Kinder laufen für Kinder“ des Rotary Clubs Kaufbeuren-Ostallgäu wieder ein voller Erfolg.
Ganz ohne Hindernisse lief die Aktion allerdings nicht ab. Den Anfang machte ausgerechnet das Wetter. Der Lauf an der Konradinschule mit stolzen 430 Kindern fiel buchstäblich ins Wasser und musste wegen sintflutartiger Regenfälle verschoben werden.
Kaum war die Regenfront überstanden, kam die nächste Herausforderung: Hitze, Hitze, Hitze. Drei weitere Schulen standen wegen der extremen Temperaturen und besorgter Eltern kurz davor, ihre Läufe abzusagen. Doch aufgeben kam nicht infrage. Die Organisatoren entwickelten kurzerhand ein Sicherheitskonzept, das beinahe an eine Fußball-Weltmeisterschaft erinnerte: Trinkpause alle 20 Minuten, Wasserduschen, Wasserspritzen, Cap-Pflicht – und natürlich deutlich kürzere Laufzeiten.
Die Kinder nahmen die Abkühlungsmaßnahmen dankbar an und liefen trotzdem, was das Zeug hielt. Manche hätten vermutlich auch noch bei 35 Grad einen Marathon angehängt – wenn die Erwachsenen sie gelassen hätten. Besonders beeindruckend war, mit welchem Ehrgeiz die Schülerinnen und Schüler Runde um Runde absolvierten. Lehrer, Schulleitungen, Eltern und Sponsoren waren gleichermaßen begeistert.
Die erlaufene Spendensumme wird auf drei Bereiche verteilt. Ein Drittel fließt direkt an die Fördervereine der teilnehmenden Schulen. Ein weiteres Drittel unterstützt erneut das internationale Rotary-Projekt „Gaumenspaltenoperationen auf Bali“. Das letzte Drittel bleibt erstmals vollständig in der Region und soll Kinderorganisationen zugutekommen, die in den kommenden Wochen ausgewählt werden.

Ohne Äpfel läuft nichts
Was wäre „Kinder laufen für Kinder“ inzwischen ohne Äpfel? Die Familie Niederthanner vom hiesigen Obstbauern Reisachin Mauerstetten spendete erneut unglaubliche 2.100 Äpfel. Vor und nach den Läufen wurden diese mundgerecht aufgeschnitten und an die Kinder verteilt.
Und genau hier nahm die Aktion eine unerwartete Wendung: Pavillon, Rotary-Fahnen und eine große Reisach-Fahne führten bei vielen Kindern zu einer völlig logischen Schlussfolgerung: Das muss der mobile Apfelverkauf vom Reisach sein!
Ein Team, das läuft – auch wenn die Kinder schon fertig sind
Hinter den neun Läufen steckt ein engagiertes Team. Sylvia und Claudia übernehmen die Gesamtorganisation. Heike, Anne und Uli gehören längst zum festen Laufstamm, Kevin war ebenfalls mit Begeisterung dabei. Nichtrotarierin Carina schaffte es sogar, bei drei Läufen spontan mitzuhelfen.
Und dann gab es noch Nichtrotarier Marko: Er holte die Äpfel, schleppte Kisten, belud und entlud das Laufauto und sorgte dafür, dass vor Ort alles funktionierte. Kurz gesagt war klar: Wenn Marko nicht läuft, läuft gar nichts.
Armin übernahm schließlich den letzten und vermutlich nervenaufreibendsten Teil: die Spendenquittungen. Als alle anderen längst an den Sommer dachten, kämpfte er sich durch einen Berg von Unterlagen.
Und 2027 geht es weiter!
Die Lauf-Familie wächst: Eine weitere Schule hat sich bereits für 2027 angekündigt. Gesucht werden außerdem Kontakte zu weiteren Schulen in Kaufbeuren und dem Ostallgäu.

Denn eines hat sich auch in diesem Jahr gezeigt: Kinder laufen nicht nur für Kinder – sie bringen dabei Erwachsene ordentlich ins Schwitzen.
Und genau deshalb freuen sich die Rotarierinnen und Rotarier plus alle Helfer schon auf 2027: auf viele Kinder, viele Laufrunden, viele Helfer – und natürlich auf viele Äpfel.
Mit „Kinder laufen für Kinder“ läuft die Hilfe direkt von Kinder zu Kindern.




























