Distrikt 1841Rotary vor Ort
von Sandra Scherm |
| Lesezeit: 2 Minuten

G’macht, net g’schwätzt

Distrikt 1841: Bissingen – Der Zeltplatz Michelsberg ist seit Jahrzehnten ein beliebtes Ziel für Jugendgruppen aus nah und fern. Doch bei ­Unwetter fehlte bislang eine wetterfeste, sichere Unterkunft für bis zu 130 Jugendliche

Alexander Gumpp, Präsident 2024/25 des Rotary Clubs ­Dillingen, machte sich dies zur Aufgabe und ­schließlich zu einer Herzenssache. „G’macht, net g’schwätzt“ – dieser Leitspruch von ihm wurde Programm. Mit au­ßergewöhnlichem persönlichem Engagement setzte Gumpp ein Projekt um, das beispielhaft zeigt, wie rota­rische Werte konkret werden können. Das Rotary-Schutzhaus ­Michelsberg ­entstand als 100-prozentige Spende des Clubs und ist ein Musterbeispiel für nachhaltiges Bauen und gelebte Verantwortung. Errichtet aus nachwachsenden und recy­cel­ten Rohstoffen, vollständig rückbaubar und nahtlos in die ­sensible Landschaft integriert, bietet das Gebäude Schutz, sanitäre Einrichtungen, Elektrifizie­rung und vor allem Sicherheit. Mit einem Gesamtwert von rund 500.000 Euro wurde es dem Kreisjugendring Dillingen, dem Betreiber, als bleibendes Geschenk an die Jugend und an die Region übergeben.

Statt Luftschlossplanung …

Gumpp, Holzbauunternehmer, Zimmerer und ein leidenschaftlicher Rotarier, ist keiner, der lange über ­Visionen spricht. Er ver­wirklicht sie. Als ihn der Dillinger Landrat Müller fragte, was ein solches Schutzhaus wohl kosten würde, antwortete er schmunzelnd: „Das kannst du dir mit deinem Haushalt eh nicht leisten.“ Doch statt das Gespräch dort enden zu lassen, begann er zu handeln.

Er suchte keine Sponsoren, er wünschte sich Mitstreiter. Mit ansteckender Begeiste­rung gewann er sein rotarisches Umfeld, regionale Handwerksbetriebe und Unternehmen, brachte selbst ­Mittel ein und mobilisierte sein Netzwerk, das in kurzer Zeit Großes bewegte. Unterstützt wurde er auch von zwei Studierenden, Profes­soren und, wie er augenzwinkernd bemerkt, „von meinen Leuten bei Gumpp & Maier, die bei den Projekten des Chefs immer wieder mit Leidenschaft dabei sind“. Vom ersten Gespräch bis zur Einweihung verging nur ein Jahr.

… handfeste Umsetzung

Das Rotary-Schutzhaus ­Michelsberg steht heute als sichtbares Zeichen rotarischer Wirksamkeit: für Nachhal­tig­keit, gelebte Verant­wor­tung und das ­Prinzip „Service Above Self“. Denn echte Veränderung ­beginnt dort, wo Menschen nicht nur reden, sondern handeln. Oder, wie Alexander Gumpp es formuliert: „G’macht, net g’schwätzt!“


 

In Kürze: Mit Tatkraft Hoffnung schenken

Für sein herausragendes Engagement im internationalen Hilfs- und Entwicklungsbereich wurde Jörg Bahr (RC Murnau-Oberammergau) mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt. Als Vorsitzender der BISS Foundation – Family Planning Nepal und Unterstützer der German Rotary Volunteer Doctors hat er seit 2001 Millionen von Euro an Spenden gesammelt, um Kindern medizinische Versor-gung und Familien eine Zukunftsperspektive zu ermöglichen. Die Auszeichnung würdigt insbesondere Projekte, die durch rotarische Spenden realisiert wurden.

Sandra Scherm

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