Distrikt 1930

Friedensinitiative - Illusion oder Vision?

von Ulrike Vogt | 
 |  Lesezeit: 2 Minuten

Der Göttinger Friedenspreis geht in diesem Jahr an das Jugendaustauschprojekt „Musik für den Frieden – Музыка ради Mира“ von Ulrike Vogt (RC Müllheim-Badenweiler) und Ehemann Thomas Vogt.

Seit 2018 setzen sich die beiden Musikpädagogen mit ihrem Ensemble MIR und Andrey Korjakov, Leiter des russischen „Teatr Premier“ aus Twer für die Verbesserung der binationalen Beziehungen ein. Vorbild ist das Deutsch-Französische Jugendwerk, das mit millionenfachem Jugendaustausch zum Frieden zwischen den ehemaligen Erzfeinden beigetragen hat. 70 Jugendliche zwischen 15 und 25 Jahren wirkten bei den szenischen Bühnenprogrammen mit Musik, Tanz und Theater in Deutschland und in Russland mit. Während der Corona-Pandemie konnten verschiedene gemeinsame Videoprojekte realisiert werden.

Der Krieg in der Ukraine stellt die zivilgesellschaftliche Initiative vor große Herausforderungen. Viele Städte-, Schul- und Universitätspartnerschaften, die mit staatlichen Stellen zusammenarbeiten, wurden auf Eis gelegt. Die Initiatoren von „Musik für den Frieden“ hingegen wollen den direkten, persönlichen Jugendaustausch fortführen. Sie wollen damit einen Keim für ein friedliches Zusammenleben in Europa legen. Die Kommunikation über verschiedene Internetkanäle funktioniert weiterhin und wird von beiden Seiten sehr sensibel gehandhabt.

Eine dauerhafte Brücke für eine friedliche Welt: Musik

Im September wurde „Musik für den Frieden“ in der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtnis-Kirche anlässlich eines Konzertes des Ensembles MIR mit dem Göttinger Friedenspreis 2022 ausgezeichnet. Der mit 10.000 € dotierte Preis wurde dem Ehepaar Vogt und Andrey Korjakov überreicht. Für die Preisverleihung konnten sieben Mitglieder des „Teatr Premier“ aus Russland für zehn Tage nach Deutschland einreisen und wurden von allen Seiten sehr herzlich empfangen!

Die rotarische Unterstützung für dieses Projekt ist groß – und international! Schon seit 2018 unterstützen der Rotary Club Müllheim-Badenweiler und der Distrikt 1930 das Projekt, ebenso der deutschsprachige Club Moskau-Humboldt. In Berlin wurden die jungen Musiker herzlich empfangen von Governorin Jessika Schweda, D 1940, dem RC Berlin Platz der Republik und dem Rotaract Club Berlin International. Für das Zustandekommen des Kontaktes setzte sich Mura Camman (RC Berlin Platz der Republik) von der Rotary Action Group for Peace, German Chapter ein.

Holger Knaack, RI Präsident 20/21 dankt den Initiatoren in seiner Grußbotschaft für ihr Engagement: „Für Rotary International steht die Arbeit für Frieden und Völkerverständigung an vorderster Stelle. Musik eignet sich besonders gut, um dauerhaft Brücken für eine friedliche Welt zu schlagen.“
Weitere Informationen und Musikvideos unter: musik-fuer.den.frieden.de

Detlef Stachel, RC Müllheim-Badenweiler

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