Zuhören. Anpacken. Zeigen, wer wir sind.

Vor 100 Jahren wurden die ersten Rotary Clubs in Deutschland gegründet, und einer davon gehört zu unserem Distrikt: 2027 jährt sich die Gründung des RC Frankfurt am Main zum 100. Mal. Für Rotary in Deutschland ist das der Auftakt zu einer bundesweiten Kampagne. Dabei soll es weniger um den Blick zurück gehen als um die Frage, was Rotary heute ausmacht und warum es gerade jetzt gebraucht wird.
Unsere Gesellschaft verändert sich spürbar. Das Vertrauen in Institutionen schwindet, der Ton wird rauer, viele Menschen ziehen sich ins Private zurück, und Vereinsamung ist längst kein Randthema mehr. Das Ehrenamt steht unter Druck. Gleichzeitig gibt es überall Menschen, die nicht zuschauen wollen, sondern etwas bewegen möchten. Genau hier war Rotary schon immer stark: Menschen aus ganz unterschiedlichen Berufen und Lebenswegen tun sich zusammen, übernehmen Verantwortung und packen dort an, wo es nötig ist.
Nur: Das wissen viel zu wenige. Unsere Clubs leisten Jahr für Jahr Großartiges, oft leise und ohne großes Aufheben. Viele Menschen, die wunderbar zu uns passen würden, kennen Rotary kaum oder haben ein Bild von uns, das mit der Wirklichkeit wenig zu tun hat. Das will die Kampagne ändern. Unter dem Motto „Gute Gesellschaft" soll sichtbar werden, was Rotary ausmacht: eine Gemeinschaft, die trägt, und Projekte, die unserer Gesellschaft guttun. Ob Hilfe für Kinder und Familien, Bildung, Gesundheit oder Umwelt: Was Rotary Clubs vor Ort und weltweit auf die Beine stellen, macht das Leben vieler Menschen besser.
Ein zentraler Baustein ist eine wissenschaftliche Studie. Sie soll herausfinden, wie es um den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft steht. Was bewegt die Menschen? Wo fehlt es an Unterstützung? Wo entstehen neue Lücken, die niemand füllt? Zugleich soll sie sichtbar machen, welchen Beitrag bürgerschaftliches Engagement wie das rotarische dazu leistet. Die Ergebnisse geben Rotary eine Stimme in einer Debatte, die viele Menschen umtreibt. Vor allem aber geben sie uns selbst neue Ideen, wo wir uns künftig einbringen können: gezielter, näher an dem, was wirklich gebraucht wird, und mit Projekten, die in unsere Zeit passen.
Ein weiterer Baustein sind Rotary-Tische. Clubs stellen einen Tisch auf den Marktplatz, in die Fußgängerzone oder vor den Bahnhof und kommen mit den Menschen ins Gespräch: Was braucht unsere Gemeinschaft wirklich? Rotary hört zu und handelt dort, wo es notwendig ist. Genau das ist der Kern der Kampagne.
Governor Jürgen Stihl stellt die Kampagne derzeit bei seinen Clubbesuchen vor und erlebt dabei viel Zustimmung und Neugier. Für ihn ist klar: Die Kampagne lebt davon, dass sie vor Ort sichtbar wird, gemeinsam mit Rotaract. Sie ist ein Angebot, keine Pflicht. Jeder Club entscheidet selbst, ob und wie er mitmacht. Es werden fertige Materialien bereitstehen, die sich auf den eigenen Club zuschneiden lassen. Wer mitmacht, wird mit wenig Aufwand Teil eines Bildes, das man in ganz Deutschland wiedererkennt: Rotary ist da, hört zu und packt an.
Wie die Kampagne im Einzelnen aussehen wird, erfahren Sie in den kommenden Monaten. Eines lässt sich aber schon heute sagen: Es lohnt sich, dabei zu sein.





























