Clubpartnerschaft - Münster und Indien seit 40 Jahren verbunden

Sauberes Trinkwasser ist ein Kernproblem im Projektgebiet des Ganges-Delta. Im Rahmen der deutsch-indischen Zusammenarbeit wurden weit über 200 Brunnen gebohrt.

14.08.2014

Clubpartnerschaft 

Münster und Indien seit 40 Jahren verbunden

Matthias Schütt

Genau 1243 offizielle Partnerschaften gibt es zwischen deutschen und ausländischen Rotary Clubs, aber diese hier ist etwas ganz Besonderes: Die Clubs Münster-St. Mauritz und Budge Budge in Indien sind seit 40 Jahren miteinander verbunden und haben mit einer Vielzahl humanitärer Projekte die Lebensbedingungen von Hunderttausenden im Ganges-Delta verbessert.

Über diese ungewöhnliche Partnerschaft hat Past-Gov. Reinhard Fricke (RC Münster-St. Mauritz) zum Jubiläum eine Festschrift als E-Book mit einer beeindruckenden Liste an deutsch-indischen Projekten veröffentlicht. Alles begann mit einem Zufall – als nämlich 1957 der Münsteraner Rotarier Peter Berghaus (1919-2012) auf dem Bahnhof in Bad Bentheim mit einem indischen Schiffskoch ins Gespräch kam, der von den Lebensbedingungen in seinem Dorf bei Kolkatta berichtete. Daraufhin organisierte Berghaus Schiffslieferungen von Milchpulver nach Indien, das dort vom RC Budge Budge an mangelernährte Kinder verteilt wurde.


 



Aus diesem Kontakt entstand eine regelmäßige Zusammenarbeit, die vor allem für die Bohrung von Trinkwasserbrunnen nutzbar wurde. Da das Erdreich im Ganges-Delta stark von Arsen verseucht ist, muss dort bis zu 300 m tief gebohrt werden. Allein mit dem RC Budge Budge wurden über die Jahre 232 Brunnen angelegt. Der Schwerpunkt der Projektarbeit lag und liegt auf Hygiene, Gesundheit und Bildung. Dafür wurden aus Münster in 40 Jahren über eine Millionen Euro eingesetzt. Diese Hilfe ist aber keine Einbahnstraße, wie aus der Festschrift hervorgeht: „Die kreativ entwickelten Projekte fordern von den Rotariern vor Ort hohe Motivation und Einsatzbereitschaft, die sie in bewundernswerter Weise Jahr für Jahr zum Wohle der Bedürftigen in ihrer Gesellschaft einsetzen. Unsere indischen Freunde tragen durch mehr als 4/5 mit eigenen finanziellen Mitteln bei. Hinzu kommt der große persönliche und zeitliche Einsatz jedes einzelnen verantwortlichen Rotariers.“

Zu den besonderen Projekten gehören 4300 sanitäre Latrinen, die Einrichtung einer Rotary Eye Clinic mit jährlich 35.000 Patienten, der Aufbau weiterer Kliniken, Kinderheime und auch Schulen sowie der Wiederaufbau nach Naturkatastrophen. Zuletzt stach die Anschaffung eines Ambulanzschiffs für die Versorgung der Bevölkerung auf den Sundabarn-Inseln im Ganges-Delta hervor. Vier Ärzte, die täglich auf dem Schiff unterwegs sind, ermöglichen erstmals eine medizinische Grundversorgung der Inselbevölkerung. Für Projekte wie dieses hat Fricke insgesamt 31 Matching Grants organisiert und ist seit 1986 jedes Jahr mit Rotariergruppen nach Indien gereist.

Aus der fruchtbaren Clubpartnerschaft, an der projektweise weitere indische und deutsche Clubs sowie Inner Wheel beteiligt wurden, ging 1987 die Gründung des Länderausschusses Deutschland-Indien hervor, der auf deutscher Seite bis 1996 von Peter Berghaus und anschließend bis 2010 von Reinhard Fricke geleitet wurde.

Matthias Schütt

Matthias Schütt ist selbständiger Journalist und Lektor. Von 1994 bis 2008 war er Mitglied der Redaktion des Rotary Magazins, die letzten sieben Jahre als verantwortlicher Redakteur. Seither ist er rotarischer Korrespondent des Rotary Magazins und seit 2006 außerdem Distriktberichterstatter für den Distrikt 1940.

 

Rotary Magazin 9/2016

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