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Kinder als Friedensstifter

Rotarys Schwerpunkte

Die Rotary Foundation hat sechs Schwerpunktbereiche definiert, in denen Club- und Distrikt- ­projekte finanziell gefördert werden können. Damit soll das Serviceprofil der Organisation geschärft werden – auch zur Vereinfachung der Suche nach internationalen Partnerorganisationen

Matthias Schütt01.04.2016

Kinder als Vermittler
Frieden & Konfliktprävention

 Die Stammeskonflikte im ländlichen Norden Kenias will die ehemalige Rotary-Stipendiatin Monica Kinyua entschärfen – mit der Children Peace Initiative (CPI), die sie mit ihrer Schwester gegründet hat. Die CPI will  Treffen von Schulkindern unterschiedlicher Herkunft organisieren und so für Versöhnung sorgen. Mit einem Global Grant der Clubs San Diego/USA und Nairobi konnten die Schwestern schon ein Friedenscamp für Kinder einrichten. Die dort geknüpften Freundschaften sollen sich auf die Familien der Kinder übertragen. Erste Erfolge zeichnen sich schon ab. Inzwischen haben weitere Gemeinden CPI gebeten, bei ihnen ähnliche Aktionen zu starten. 80 Veranstaltungen konnte die Initiative bereits anbieten. Gründerin Monica Kinyua hatte 2011 als Gaststudentin für Friedensstudien die Universität von San Diego besucht. Die kalifornische Hochschule und der Rotary Club sind wichtige Unterstützer ihrer Arbeit in Kenia.


 

Lehrerinnen gefördert
Elementarbildung, Lesen & Schreiben

Rotary fördert die Elementarbildung in Afghanistan, im Distrikt Estalef, 18 Kilometer nordwestlich von der Hauptstadt Kabul. Der RC Einbeck-Northeim finanzierte das Studium von 15 Lehrerinnen. Sie hatten ihr Abitur nach dem Ende der Taliban-Herrschaft an der Mädchenschule erworben, die 2003 mithilfe des Clubs gegründet worden war. Dank eines District Grants über 20.000 Euro konnten ihr Studium vollständig finanziert und noch weitere Studentinnen gefördert werden. Für Projekt­initiator Alois Kühn sind die seit 2003 nach Estalef geflossenen rund 100.000 Euro eine nachhaltige Investition, „um dort dem notwendigen gesellschaftlichen Wandel den Weg zu ebnen“.


 

Himbeeren gegen Hunger
Wirtschafts- und Kommunalentwicklung

Der Name der Stadt Srebrenica steht für Krieg – und für die Mühen des Neuanfangs. Beim Neustart sollen in Bosnien-Herzegowina Himbeeren helfen, die nirgends in Europa besser wachsen, wie Gerhard Loschnigg vom RC Klosterneuburg weiß. Er hat mithilfe vieler Clubs und eines Global Grants Himbeerfarmen angelegt, auf denen Familien mit behinderten Mitgliedern, Kriegswitwen und arbeitslose Jugendliche ein kleines, aber
sicheres Grundeinkommen erwirtschaften können. Auf 1000 Quadratmetern können sie 1400 Setzlinge anpflanzen. Mit 21 Farmen hat die Aktion 2014 begonnen, heute gibt es 115. Weitere Himbeerfarmen sind in Planung. 


 

Wandern für sauberesWasser
Wasser & Hygiene

Wenn das Wasser nicht aus dem Hahn kommt, dann muss man es holen. Dieses Schicksal vieler Kinder aus Entwicklungsländern können jetzt 270 Schüler aus drei Ingelheimer Schulen nachfühlen. Sie haben sich am Weltwassertag an einer Aktion des RC Ingelheim beteiligt, bei der sie sechs Kilometer wandern und dabei einen sechs Kilogramm schweren Rucksack tragen mussten. So viel wiegt das Wasser, das eine Familie in Kenia am Tag braucht. Wie Projektleiter Holger Grewe berichtet, übernahm sein Club eine Anregung des niederländischen Partnerclubs Bergh, der solche Aktionen schon seit mehreren Jahren organisiert. Auf einer Informationsveranstaltung in den Schulen stieß der RC Ingelheim eine Spendenaktion an. Das Geld soll der Wasserversorgung einer Gemeinde in Kenia zugutekommen.


 

Früherkennung von Krebs
Gesundheitsvorsorge 

Ein Arzt und zwei Krankenschwestern – mehr Kräfte arbeiteten nicht in der ersten Vorsorgeeinrichtung für Brust- und Gebärmutterhalskrebs in Colombo/Sri Lanka, als die 2004 eröffnet wurde. Die Initiative für die Station ging vom RC Colombo aus, der auf Vermittlung seines prominenten Mitglieds Präsident RI K.R. Ravindran bald Unterstützung vom RC Birmingham/Alabama erhielt. Seit 2010 arbeiten beide Clubs gemeinsam am Ausbau der Einrichtung. Brustkrebs ist bei Frauen zwischen 40 und 55 Jahren die
Todesursache Nummer eins in Sri Lanka. 38.000 Frauen wurden bisher untersucht, jeder vierte Test machte weitere Untersuchungen notwendig. In Zukunft soll die Vorsorge auf ländliche Gebiete ausgeweitet werden, wo 80 Prozent der Einwohner leben. Das ist Ziel eines Global Grants, an dem auch die Clubs Nürnberg-Sigena und Zürich-Sihltal beteiligt sind. 

Matthias Schütt

Matthias Schütt ist selbständiger Journalist und Lektor. Von 1994 bis 2008 war er Mitglied der Redaktion des Rotary Magazins, die letzten sieben Jahre als verantwortlicher Redakteur. Seither ist er rotarischer Korrespondent des Rotary Magazins und seit 2006 außerdem Distriktberichterstatter für den Distrikt 1940.