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Langres

Deutsch-Französisches Forum Berufsbildung

Langres - Deutsch-Französisches Forum Berufsbildung
Blick von der Simultan-Dolmetscher-Kabine auf das Podium mit Firmen-Vertretern (alle Fotos) © RC Hanau-Maintal

Die Rotary Clubs RC Langres und RC Hanau-Maintal krönten ihre seit 43 Jahren gemeinsam durchgeführten Jugendprojekte mit einer Deutsch-Französischen Veranstaltung zur Berufsbildung.

Christian Kaiser01.02.2018

Regelmäßig seit nun 43 Jahren kommen die Mitglieder der beiden Rotary Partnerclubs RC Langres (Frankreich) und RC Hanau-Maintal zu Jahrestreffen zusammen.

Neben der Pflege der Freundschaft steht dabei das Kennenlernen der kulturellen, historischen sowie auch kulinarischen Besonderheiten der besuchten Region im Vordergrund. Ziele der letzten Jahre waren Metz und Straßburg sowie Worms und Lorsch.

Gemeinsam für junge Menschen

Ganz im Sinne der rotarischen Idee hat die Entwicklung und Umsetzung gemeinsamer Projekte für beide Clubs eine große Bedeutung. So werden in einer das Jahrestreffen abschließenden gemeinsamen Vorstandssitzung turnusmäßig die Pläne für das kommende Jahr besprochen. Diese sind vor allem auf junge Menschen ausgerichtet – zurzeit ist es die Förderung der Jugendfeuerwehr im Departement Haute-Marne.

Daneben läuft seit Jahrzehnten – quasi automatisch - der von beiden Clubs organisierte alljährliche zweimal einwöchige Austausch von je 10 bis 15 Schülern zwischen der Hanauer Otto-Hahn-Schule und dem Lyceum in Langres.

Neues Format zur Berufsorientierung

Für das Treffen in 2017 in Langres-Nogent hatten sich die Verantwortlichen beider Clubs etwas ganz Besonderes einfallen lassen. Beim gemeinsamen Brainstorming besann man sich der jeweils guten Kontakte zu Schulen, Universitäten und zur örtlichen Wirtschaft. Daraus wurde die Idee geboren, in einem „Forum“ Ausbilder, Entwickler, Unternehmer, Studenten und Auszubildende aus beiden Regionen zusammen zu bringen. Hintergrund ist, dass die jeweils hochinnovativen Unternehmen unterschiedliche Ausbildungskonzepte verfolgen. 

Der erste Schritt hin zur Realisierung des Forums war die Einbindung der jeweiligen Kammern (IHK und CCI) der Partnerregion sowie die Gründung eines Organisationskomitees aus den beiden Rotary Clubs.

Die Mitglieder des Komitees trafen sich zunächst in Maintal. Hierbei wurden Aufgabenstellung, Aktivitäten und Arbeitsteilung sowie Organisation und Finanzierung der Veranstaltung besprochen, die nun den Namen „Deutsch-Französisches Forum Berufsbildung“ trug.

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Beim Besuch in Frankreich besuchten die Rotarier auch einen alten, jetzt bemalten Steinbruch in Villars Fontaine, der als Veranstaltungsort des einzigartigen Festivals "Street Art on the Rocks" dient.

Guter Plan, viele Vorbereitungsschritte

Es folgten wöchentliche Skype-Konferenzen, die Erstellung einer zweisprachigen Homepage, die Übersetzung von Informationen zum Schwerpunktthema „Lehrlingsausbildung in Deutschland“, eine Einladung von Firmenvertretern über die IHK, Pressearbeit, die Organisation einer Simultan-Übersetzung der Veranstaltung, Last-Minute-Übersetzung der zweisprachigen Folien - und viele, viele weitere Details.

Ende September war es dann soweit. Im Gefolge der Maintaler Rotarier mit Partnerinnen reisten der IHK-Präsident Dr. Norbert Reichhold (RC Hanau-Maintal) mit Industrievertretern sowie der Leiter der Ludwig-Geisler-Berufsschule an.  

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Scheckübergabe für das gemeinsame Projekt Jugendfeuerwehr: Governor Jean-Paul Haton (D1790), Präsident Christof Bauer (Vierter von links), Daniel Chevalier (Präsident des RC Langres, zweiter von rechts) und Governor Dirk Freytag (D1820)

Auch DG Dirk Freytag, der sich beim Besuch des RC Hanau-Maintal kurz zuvor spontan angemeldet hatte, nahm an der Veranstaltung im Kulturzentrum von Nogent teil.

Thema: Lebenslanges Lernen

Nach Grußworten der Bürgermeisterin sowie der Vertreterin der Region „Grand-Est“ wurden in Präsentationen die unterschiedlichen Ausbildungssysteme vorgestellt.  In den sich anschließenden Debatten und einer Podiumsdiskussion mit den jeweiligen regionalen Vertretern von IHK, Industrie, Auszubildenden sowie Berufs- und Hochschulen war immer wieder zu hören, dass  „lebenslanges Lernen und Mobilität“ heute von Auszubildenden in beiden Ländern erwartet wird.

„Beide Regionen können voneinander lernen und dies sollte der Jugend praxisnah zu Gute kommen“, – so ein weiteres Statement. Zur Umsetzung wurde gleich der Besuch einer französischen Delegation in Hanau mit der Besichtigung von Ausbildungsbetrieben verabredet.

Spende und Musikfreuden

In Anwesenheit beider Distrikt-Governor - Jean-Paul Haton (D1790) und Dirk Freytag (D1820) - wurde dann der Scheck über 4.500 Euro für das gemeinsame Projekt, der Förderung der örtlichen Jugendfeuerwehr, übergeben. Beendet wurde die Veranstaltung mit einem öffentlichen Bläser-Konzert – am Dirigentenpult ein ehemaliger Rotary-Stipendiat.

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Musikalische Grüße - mit einem rotarischen Stipendiaten als Dirigenten.

Der für viele unvergessliche Tag ging zu Ende mit einem Empfang durch den RC Langres mit anschließendem Rotary Gala-Dinner. Am Abreisetag, pünktlich um 9 Uhr, aber noch etwas erschöpft vom Vorabend, fanden sich die Vorstandsmitglieder beider Clubs zur gemeinsamen Sitzung ein, in der unter anderem – turnusmäßig - das Programm für das nächste Jahr besprochen wurde.

Mehr Informationen: https://www.poletechno52.fr/spip.php?page=unarticle&id_article=135

Christian Kaiser

Christian Kaiser wurde 1942 in Hessen geboren, machte Abitur in Hanau. Studium der Agrarwissenschaften in Göttingen und Bonn mit Promotion. Pächter der Hessischen Staatsdomäne Kinzigheimerhof bis 2004. Öbuv. Sachverständiger. Verheiratet, zwei Kinder. Seit 1981 im RC Hanau. Präsident 1999/2000, PHF+3 und Distriktberichterstatter für D 1820.