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Rotary Österreich – wie wir den Frieden leben

 - Rotary Österreich – wie wir den Frieden leben
Angebot eines medizinischen Labors in Uganda © Barbara Wolf-Wicha

Sowohl der Distrikt 1920 als auch der Nachbardistrikt 1910 werden in den kommenden Jahren Kooperationsnetzwerke in Uganda und Tansania aufbauen und langfristig unterstützen.

Barbara Wolf-Wicha01.01.2018

Ökonomisches und soziales Ungleichgewicht zwischen Kontinenten, Machtasymmetrie, Perspektivlosigkeit, Hungersnöte als Folge verfehlter globaler und regionaler Agrarpolitik, Krieg und Bürgerkrieg haben in den letzten Jahren Migrationsbewegungen ausgelöst. Die Praxis von Transferzahlungen in die armen Weltregionen, oft mit ökonomischen Vorteilen der Geberländer, haben Abhängigkeitsstrukturen eher verfestigt statt überwunden und die eigene Gestaltungskraft der Regionen geschwächt.

Angesichts dieser globalen Herausforderungen und des nötigen Paradigmenwechsels hat kürzlich Rotary International Präsident Ian Riseley beim „Rotary Tag bei den Vereinten Nationen“ an das große Potenzial der rotarischen Gemeinschaft erinnert: Eine gerechtere Welt zu schaffen als vorrangiges Ziel. Nicht vom Frieden reden, sondern ihn in der Praxis leben. Diesem Ziel folgen in den nächsten Jahren Rotarierinnen und Rotarier beider österreichischer Distrikte (D 1910 und D 1920), ihr Schwerpunkt ist Afrika. Geplant sind aber keine verstreuten Einzelaktionen, sondern die Schaffung von Kooperations-Netzwerken in Uganda und in Tansania. Hier sollen mit afrikanischen Rotary Clubs des Distrikts 9211 konzentriert und gemeinsam geplante Musterregionen entstehen. Ausgangspunkt sind die Bedürfnisse der Menschen: Jedes einzelne Kind wird eine schulische Ausbildung erfahren, jede örtliche Gemeinschaft wird Zugang zu reinem Wasser und Strom erhalten, die Gesundheitsversorgung der Menschen in diesen Regionen wird nachhaltig gesichert, Landwirtschaft und Gewerbe sollen Arbeitsplätze und Sicherheit bieten. Das wird und muss gelingen durch die Zusammenarbeit zwischen unseren künftigen Partnerclubs, mit den politisch und gesellschaftlich Verantwortlichen und dort aktiven NGOs.

Das ist keine Utopie, sondern ein strategischer Plan. Wir können in überschaubaren Regionen das einbringen, wo international unsere Stärken liegen, gerade im Bereich der Ausbildung und des Know-how im Bereich der Wasser- und Energiewirtschaft. Aber wir werden in vielen Bereichen Lernende sein, weil die unterschiedlichen Lebensbedingungen an uns neue Herausforderungen stellen. Wenn es uns gelingt, in den Modellregionen in diesen beiden Ländern Beispiele für andere Initiativen setzen, haben wir viel erreicht – als Beitrag, über den Frieden nicht nur zu reden, sondern ihn zu leben.

Barbara Wolf-Wicha
prof. Dr. Barbara Wolf-Wicha (RC Salzburg-Land) ist Journalistin, Diplomatin und Politikwissenschaftlerin. Sie arbeitete als Professorin für Politikwissenschaften an der Universität Salzburg, war 2006 bis 2011 Vorsitzende des Salzburger Landeskulturbeirates und ist erste Governorin im Distrikt 1920 für das Jahr 2018/19.
Sie ist Herausgeberin der Reihe "Marie Jahoda sozialwissenschaftliche Studien" im Peter Lang-Verlag.