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Bayreuth

Vergessenes Leid auf Haiti

Bayreuth - Vergessenes Leid auf Haiti
Auch Kindern mussten nach dem Erdbeben mitunter Glieder amputiert werden. Die Hilfe für Haiti wird den RC Bayreuth noch weiter beschäftigen

Auf Hilfe warten bis heute noch viele Opfer des Erdbebens auf Haiti. Die kommt u.a. aus Bayreuth

Kerstin Dolde15.10.2014

Viele der Erdbeben-Opfer warten bis heute auf Hilfe.Der RC Bayreuth nimmt sich ihrer an
Am 12. Januar 2010 bebte auf der Karibikinsel Haiti die Erde und hinterließ eine Welle der Zerstörung. Über 220.000 Menschen starben bei dem tragischen Naturereignis. Laut Schätzungen wurden mehr als 300.000 Menschen verletzt, in zahlreichen Fällen mussten Arme oder Beine amputiert werden. Ein schwieriges Unterfangen bei eingeschränkter medizinischer Versorgung und unzureichenden Hygienebedingungen.
Unter der Schirmherrschaft des RC Bayreuth wurden bislang 92 Ober- und Unterschenkelprothesen für Betroffene zur Verfügung gestellt. Maßgeblich unterstützt wird die Aktion von den Rotary Clubs aus Rheintal (Schweiz), Rotary Verrettes (Haiti) sowie der Rotary Foundation. Die fachgerechte Anpassung und Verteilung der Prothesen in Haiti übernimmt die gemeinnützige medi for help GmbH.
Lebensqualität schenken
„Eine so große Spendenaktion ist für den RC Bayreuth nicht alltäglich. Deshalb ist es uns wichtig, einen verlässlichen Partner an unserer Seite zu haben. Die Arbeit von medi for help hat uns dabei von Anfang an überzeugt“, sagt Günther Popp, Foundationbeauftragter des RC Bayreuth. Jetzt, nach drei Jahren Vorbereitung, Organisation und Durchführung, zieht er eine positive Zwischenbilanz. „Wir konnten bisher 92 Patienten in der medi-for-help-Werkstatt die beinprothetische Versorgung ermöglichen und ihnen Lebensqualität zurückgeben. Das ist ein tolles Gefühl und eine Bestätigung unseres Engagements, das wir noch weiterführen wollen.”
Dass die Hilfe auch vier Jahre nach dem Erdbeben noch nötig ist, unterstreichen aktuelle Zahlen. Die Spende von medizinischen Hilfsmitteln ist daher für die engagierten Rotarier nicht die einzige Motivation. „Neben der direkten Unterstützung vor Ort möchten wir mit unserem Einsatz auch ein Zeichen gegen das Vergessen setzen“, betont Günther Popp.

Kerstin Dolde
Kerstin Dolde ist Journalistin und arbeitet zurzeit als Verantwortliche Redakteurin für Regionales bei der Frankenpost. Seit Januar 2011 steht sie zudem als Leseranwältin des oberfränkischen Medienhauses den Leserinnen und Lesern als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Seit 2005 ist sie als Distriktberichterstatterin für D 1880 unterwegs.