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Untermain

Wenn aus Nachbarn Freunde werden

Untermain - Wenn aus Nachbarn Freunde werden
Benefizkonzert mit dem Vokalensemble „quattrucelli“ © Privat

Rotary Clubs mangelt es häufig an Kontakt zu den Clubs vor der eigenen Haustür. Am Untermain ist das anders

Patrick Shaw01.04.2018

Dort treffen sich seit einigen Jahren die Präsidenten der RCs Alzenau, Aschaffenburg, Aschaffenburg-Schönbusch, E-Club Rhein-Main International, Miltenberg, Obernburg und Schöllkrippen-Kahlgrund sowie des Inner Wheel Clubs Aschaffenburg und der Rotaract Clubs Aschaffenburg und Churfranken regelmäßig etwa alle acht Wochen, um sich auszutauschen, gemeinsam zu planen und einander kennenzulernen. Vier davon schildern ihre Erfahrungen.

Wie laufen diese Treffen ab und wie hält man sie am Laufen?

Detlev Wende, RC Aschaffenburg-Schönbusch: Die Termine werden etwa ein halbes Jahr im Voraus festgelegt. Bisher hat das ausgesprochen gut funktioniert.
Karl-Mathias Schmidhuber, RC Alzenau: Die Treffen finden stets am selben Ort und zur selben Zeit statt. Die Präsidenten koordinieren das. Es wird ein Protokoll geführt, das dann alle Clubs erhalten.
Norbert Berres, RC Obernburg: Es gibt keine Sitzungsleitung, jeder kommt zu Wort.

Über welche Themen wird gesprochen?

Detlev Wende: Es geht hauptsächlich um Projekte, die Absprache von Terminen und das Kennenlernen der neuen Präsidenten untereinander.
Norbert Berres: Ansonsten sind die Themen querbeet, alles was sinnvoll erscheint. Besonders natürlich Anliegen, die auch die anderen Clubs betreffen.
Jürgen Ruf: Seit diesem Jahr sind auch die zukünftigen Präsidenten dabei. Für sie ist der Austausch noch wertvoller, da sie meist noch nach Projekten suchen.

Was kommt dabei heraus?

Norbert Berres: Es lohnt sich schon, wenn wir uns auf diese Weise mit Veranstaltungen und anderen Terminen nicht in die Quere kommen.
Jürgen Ruf: Und die eigenen Projekte und Veranstaltungen kann man so besser bewerben, als es jede E-Mail oder jeder Flyer vermag.
Karl-Mathias Schmidhuber: Besonders freut man sich, wenn gemeinsame Projekte zustande kommen, wie zum Beispiel dieses Jahr die Förderung der Krebsberatungsstelle Aschaffenburg durch die Clubs Alzenau und Aschaffenburg-Schönbusch.
Jürgen Ruf: Vorteile bietet das Treffen auch den Rotaract Clubs, die gern das Netzwerk der Rotarietr nutzen. Diese profitieren im Gegenzug vom Elan der Rotaracter und lernen eventuelle Aufnahmekandidaten besser kennen.

Ist das nicht ein zu großer zusätzlicher Zeitaufwand?

Norbert Berres: Definitiv nein! Außerdem trifft man immer nette Freundinnen und Freunde im gleichen Amt. Klar kann man bei der Vielzahl an Terminen letztlich nicht immer dabei sein.

Was sollten andere Clubs beachten, wenn sie dieses Modell übernehmen möchten?

Karl-Mathias Schmidhuber: Es darf keine Zwänge geben. Druck zur Zusammenarbeit funktioniert nicht.
Norbert Berres: Und man muss offen und ehrlich zueinander sein.

Patrick Shaw
Patrick Shaw, Jahrgang 1975, war von 1997 bis 2001 Sanitätsoffizieranwärter der deutschen Luftwaffe und ist seit 2003 Redakteur der Nürnberger Nachrichten in den Landkreisen Roth und Weißenburg-Gunzenhausen. Er war Gründungsmitglied und Präsident des Rotaract Clubs Weißenburg, 2005/06 Rotaract-Distriktsprecher sowie von 2007 bis 2013 Assistant Governor und Rotaract-Beauftragter im Distrikt 1950. Von 2008 bis 2010 betreute er redaktionell den Mitgliederbrief der German Rotary Volunteer Doctors. Seit 2007 ist er Mitglied des Rotary Clubs Roth und war dort 2015/16 Präsident. Das Amt des Distrikt-Berichterstatters übt er seit 2016 aus.