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Marienberg

Zu Besuch in der Erzgebirgskaserne

Marienberg - Zu Besuch in der Erzgebirgskaserne
Interessanter Info-Besuch: 55 Mitglieder aus neun Rotary Clubs aus Süd- und Mittelsachsen besuchten das Panzergrenadierbataillon 371 in Marienberg. © privat

55 Mitglieder aus neun Rotary Clubs aus Süd- und Mittelsachsen besuchten das Panzergrenadierbataillon 371 in Marienberg.

Kerstin Dolde04.11.2019

Ziel der Veranstaltung war es, den Vertretern aus Politik und Wirtschaft die Tätigkeiten der Panzergrenadiere sowie die berufsfördernden Qualifikationsmöglichkeiten für Zeitsoldaten vorzustellen.

"Es freut mich außerordentlich, dass sich so viele unter der Woche die Zeit genommen haben, hier sein zu können – denn Arbeit geht vor, und erst dann kommt das Vergnügen", begann Assistent Governor Peter Maier, welcher aktuell als Reservedienstleistender die Familienbetreuungsstelle des Bataillons führt, seine Begrüßungsrede.

Der Bataillonskommandeur Oberstleutnant Axel Niemann, betonte den hohen Stellenwert dieser Veranstaltung, bei der zivile Unternehmen den Kontakt zur Bundeswehr herstellen. Denn die meisten Kameraden leisten ihren Dienst als Zeitsoldaten in der Bundeswehr.

Einen Einblick in den Aufbau und die Struktur eines Kampftruppenbataillons der Bundeswehr erhielten die Teilnehmer in einem anschließenden Vortrag, in dem der Bataillonskommandeur offen auch Herausforderungen seines Verbandes ansprach. "Es fehlen mir mehrere Unteroffiziere mit Portepee", so Oberstleutnant Niemann "dies tut natürlich weh, da sich die Befüllung der Auftragsbücher in der Regel an 100 Prozent Besetzung ausrichtet", unterstrich der Bataillonskommandeur.

Unteroffiziere mit Portepee sind die Vor-/Facharbeiter einer Armee. Sie haben in der Regel einen Berufsabschluss und in manchen Verwendungen einen zivilen Meistertitel. Aufgrund der langen Dienstzeit auf einem Dienstposten, verfügen sie über eine große Erfahrung mit ausgeprägtem Detailwissen und bilden das Rückgrat einer Kompanie.

Als weiterer Programmpunkt des Besuches folgte die statische Waffen- und Fahrzeugschau. Panzergrenadiere zeigten den wissbegierigen Besuchern die verschiedensten Waffen, mit denen sie derzeit ausgerüstet sind.

Im Schießsimulator für Handwaffen (AGSHP) konnten die zivilen Führungskräfte einen Eindruck von den modernen Ausbildungsmöglichkeiten der Soldaten gewinnen und bekundeten mit zahlreichen Fragen ihr reges Interesse.

Am Nachmittag stellte der Förderungsberater des Berufsförderungsdienstes Standortteam Frankenberg, Herr Kunstmann, den Teilnehmern die verschiedenen Angebote der Bundeswehr für ausscheidende Soldaten vor. "Unser Ziel ist die Förderung der schulischen und beruflichen Qualifikation der Zeitsoldaten, um die Einstiegschancen in den zivilen Arbeitsmarkt so gut wie möglich zu gestalten", erklärte der Regierungsamtmann. Neben der Beratung und Stärkung der Bildungsfähigkeit, biete der Berufsförderungsdienst Unternehmen auch die Nutzung der Jobbörse an, in der sie als Arbeitgeber offene Arbeitsstellen einstellen können.

Im Anschluss an den Vortrag wurde den Rotariern von fünf Soldaten exemplarisch der berufliche Werdegang eines Soldaten dargestellt. Unter ihnen war Stabsunteroffizier B.: "Nach der Schule absolvierte ich zunächst eine Ausbildung zum Elektroniker für Betriebstechnik", so der 31-jährige. "Als ich 2008 auslernte, ging ich anschließend zur Bundeswehr und wurde IT-Soldat im Artilleriebataillon 131 und wechselte 2018 in den Fernmeldezug des Bataillons." Nach dem Ende seiner Dienstzeit wolle er sich im Bereich Netzwerk- und Serveradministration weiterbilden und in dieser Richtung einen Beruf ergreifen.

Auch Stabsgefreiter K. hat nach seinem Abitur zunächst eine Ausbildung zum Bankkaufmann abgeschlossen. "Ich habe dann noch ein paar Jahre in meiner heimatnahen Sparkasse gearbeitet. Dort sammelte ich erste Erfahrungen, ehe ich 2016 in die Bundeswehr eintrat", erzählt der 26-Jährige. "Hier wurde ich sowohl als Kraftfahrer des Schützenpanzer Marder als auch als Richtschütze an der Waffenanlage ausgebildet", führte der Soldat weiter aus. Noch wisse er aber nicht, welchen Weg er nach seiner achtjährigen Dienstzeit einschlagen möchte. "Meine Interessen sind sehr vielseitig. Sowohl die Arbeit als Vermessungstechniker wie auch als Polizeibeamter bei der Autobahnpolizei sind für mich Optionen", sagte der Panzergrenadier abschließend.

Kerstin Dolde
Kerstin Dolde ist Journalistin und arbeitet zurzeit als Verantwortliche Redakteurin für Regionales bei der Frankenpost. Seit Januar 2011 steht sie zudem als Leseranwältin des oberfränkischen Medienhauses den Leserinnen und Lesern als Ansprechpartnerin zur Verfügung. Seit 2005 ist sie als Distriktberichterstatterin für D 1880 unterwegs.