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Sankt Ingbert

Ein Kinderdorf der Hoffnung

Sankt Ingbert - Ein Kinderdorf der Hoffnung
Die Leiterin des Kinderdorfes, Cindy Mc Cavern (Mitte), und ihre Schützlinge danken für die rotarische Hilfe aus St. Ingbert.

Das Kinderdorf im rumänischen Dorohoi ist dankbar für die Spuren der Solidarität, die rotarische Hilfe zur Selbsthilfe des RC St. Ingbert hinterlassen hat. Ein Lebenswerk von Past-Präs. Lars Jensen

Alfred Schön24.07.2012

Jensen hat schon seit Jahren gute Drähte zur Hilfsorganisation „Hope for Children International“ (HCI), einem eingetragenen Verein mit Sitz in der Taunus-Stadt Kelkheim. Kein Wunder, dass der heutige Past-Präsident seinen RC St. Ingbert motiviert hat, ihn in seinem Engagement für die Kinder der Armut und Hoffnungslosigkeit in Rumänien zu unterstützen. 17.000 Euro waren es diesmal, die der Club vor Ort eingebracht hat. Die Cornerstone-Schule in Dorohoi mit 220 Kindern wurde komplett mit neuen Tischen und Stühlen ausgestattet. Der Speisesaal war vorher nur mit alten Bierzeltgarnituren und anderen Provisorien bestückt.

Das neue Mobiliar ist ein Mosaiksteinchen im Aufbauprogramm für ein Kinderdorf, das nach der verzweifelten Situation vor gut zwei Jahrzehnten ein Durchbruch ist. 1991 hatten sich Cindy McCavern und Marita Sommer auf den Weg nach Dorohoi im Norden Rumäniens an der Grenze zur Ukraine und zu Moldawien gemacht, wo Tausende Kinder allein „vor sich hin vegetierten“. Die ersten Jahre versuchte HCI mit Hilfsgütern und regelmäßigen Besuchen den Aufenthalt in den staatlichen Heimen zu erleichtern. Bis die Erkenntnis wuchs, „dass verlassene und verarmte Kinder mehr brauchen, um aus dem fatalen Armutskreislauf herauszukommen“. Man gründete eine Kindertagesstätte für die ganz Kleinen, einen Kindergarten und schließlich eine Schule.

Bilanz nach 20 Jahren: 28 Kinder in Pflegefamilien in eigenen Häusern, 60 Kindergartenplätze, 220 Kinder in der Schule. Die Nachwehen der Vergangenheit sind zwar heute noch in der europäischen Armutsbilanz sichtbar, auch nach der Aufnahme in die Europäische Union (EU). Wobei Jensen das hoffnungsvolle Fazit für die Zukunft zieht: „Rumänien hat gelernt.“ Auch andere Clubs wie der RC Saarbrücken-Obere Saar (Bericht folgt in Kürze) haben erkannt, dass dort dennoch ein Nachholbedarf unverkennbar bleibt.
Alfred Schön
Alfred Schön (RC Merzig-Saarlouis) ist Journalist, er war u. a. Chef vom Dienst bei der Saar-Zeitung, zuletzt Ressortleiter Politik, Landespolitik und Regionales bei der Saarbrücker Zeitung. Seit Juli 2007 lebt er im Ruhestand. Bereits seit 2004 ist er Distrikberichterstatter des Distrikts 1860 für das Rotary Magazin und Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit.