Convention 2012 - Metropole mit zwei Gesichtern

Thailands wichtigster und heiligster Tempel ist der Wat Phra Kaeo, der Tempel des Smaragd-Buddha, der bei Sonnenuntergang einen ganz besonderen Glanz erhält © rotary international

27.09.2011

Convention 2012

Metropole mit zwei Gesichtern

The Rotarian

Auf der einen Seite ist Bangkok eine zeitlose Stadt, durchzogen von Kanälen, mit schwimmenden Märkten und voll von Tempeln; auf der anderen Seite eine Metropole mit Wolkenkratzern, Staus und dem Treiben des 21. Jahrhunderts. Wir empfehlen jedem Besucher der RI Convention 2012 vom 6. bis 9. Mai, sich einen Eindruck von beiden Seiten zu verschaffen

Vor mehr als 200 Jahren taufte König Rama I. Bangkok Krung Thep Mahanakhon (die Stadt der Engel). Und auch heute noch kommt es Besuchern oft noch so vor, als seien sie in einem südostasiatischen Paradies angekommen, wenn sie durch die nach Jasmin duftenden Lobbys einiger der Fünf-Sterne-Hotels der Stadt laufen und von thailändischen Empfangsdamen freundlich mit den Worten „Sawsadee khrap/kha“ begrüßt werden. Auch wer zu Sonnenaufgang auf einer Gondel den Chao Phraya River entlangfährt, vorbei am Wat Arun (Tempel der Morgenröte), wird ein derartig erhabenes Gefühl erleben. Natürlich ist nicht alles in der stetig wachsenden Metropolregion Bangkok mit ihren elf Millionen Einwohnern himmlisch. Das Wetter ist heiß und schwül und an manchen Tagen sehr drückend. Auch Bangkoks zwielichtige Schattenseite – die Rotlicht-Distrikte Soi Cowboy und Nana Plaza, die in den packenden Polizei-Romanen „Der Jadereiter“, „Bangkok-Tattoo“ und „Der buddhistische Mönch“ von John Burdett verewigt wurden – gehören zur Stadt. Für eine etwas andere, literarischere Perspektive auf Bangkok empfehlen wir die Kurzgeschichtensammlung „Sightseeing“ des jungen thailändischen Autors Rattawut Lapcharoensap und den 1989 erschienenen Reisebericht „The Lotus Kingdom“ von Alistair Shearer. Bangkok hat ein kosmopolitisches Flair, ähnlich dem von New York oder Los Angeles, und bietet alle Annehmlichkeiten einer Großstadt: luxuriöse Unterkünfte, pulsierende Nachtclubs, hervorragende Einkaufsmöglichkeiten und erstklassige Restaurants (für den Sonntagsbrunch im Sukhothai Hotel, das berühmt ist für seine Meeresfrüchte, werden Reservierungen dringend empfohlen). Neben dem Großstadtbild bietet Bangkok jedoch auch noch eine andere Seite, nämlich die eines urbanen Dorfes mit seinem eigenen Rhythmus, tief verwurzelt in seiner tropischen Exotik. Hinter Stahl und Glas und achtspurigen Straßen verbergen sich vergoldete Tempel, Wats, oder gewundene Kanäle (Khlongs) und klapprige Holzstände, an denen Obst und Nudeln verkauft werden (scharfe Nudeln mit Shrimps sind eine echte Köstlichkeit, die u.?a. gegenüber des Großen Palasts oder Wat Phra Kaeo, aber auch sonst an vielen Orten in der Stadt verkostet werden können). Bangkok, die Stadt der Kon-traste, bereitet sich darauf vor, zur 103. RI Convention circa 30.000 Rotarier aus aller Welt zu begrüßen. „Diese Convention ist eine Prämiere für die Rotarier in Thailand. Wir freuen uns darauf, Mitglieder der Rotary-Familie aus aller Welt in Bangkok begrüßen zu dürfen. Einer Stadt, die Moderne und Tradition, unzählige Attraktionen, Kultur und Schönheit vereint. Die Mehrheit der lokalen Rotarier – circa 5000 Personen – werden unsere internationalen Gäste persönlich am Flughafen empfangen“, so Noraseth Pathmanand, Vorsitzender des Host Organization Committee. Veranstaltungsort der RI Convention 2011/12 ist das Impact Exhibition and Convention Center, eines der größten Kongresszentren Asiens. Das circa 30 Fahrtminuten vom Stadtzentrum entfernte Zentrum bietet modernste Ausstattung wie den Royal Jubilee Ballroom, in dem die speziellen Luncheons abgehalten werden sollen. Für Besichtigungstouren innerhalb der Stadt haben die Convention-Besucher verschiedene gute Transportmöglichkeiten, die günstig und leicht zu nutzen sind. Da die meisten Thailänder Englisch sprechen, ist eine Verständigung in englischer Sprache in der Regel kein Problem. Auf Ihren Entdeckungstouren werden Sie vermutlich erfahren, dass die Wurzeln der Stadt noch relativ jung sind. Vorläufer zur Stadt war eine Handelsroute, die sich während des Königreichs Ayutthaya (1350–1767) entlang dem Chao Phraya River erstreckte. Der Name der späteren Stadt stammt von Bang Makok, einem Dorf am Ufer des Flusses, und den dort wachsenden wilden Olivenhainen. Nachdem Ayutthaya von burmesischen Angreifern eingenommen wurde, ließ König Taksin eine neue Hauptstadt erbauen, die Jahre später von seinem Nachfolger Rama I. auf die andere Seite des Flusses verlegt wurde, da dort die Gefahr vor Überschwemmungen geringer war. Hier begann schließlich das heutige Bangkok zu wachsen und zu gedeihen. Die Stadt wuchs stetig weiter, angeregt im 20. Jahrhundert durch die Einführung des Automobils. Während des Vietnamkriegs und mit der Ankunft amerikanischer GIs begann sich der Tourismus zu entwickeln, und mit dem Investitionsboom in Asien in den 1980er und 90er Jahren kamen Hunderte multinationaler Unternehmen in die Stadt und verwandelten sie in ein Finanz-, Kultur-, Mode- und Unterhaltungszentrum Südostasiens.

Monarchie Symbol der Nation

Thailand besitzt ein demokratisches Regierungssystem, doch ist die Monarchie auch weiterhin wichtiges Symbol der Nation. König Bhumibol Adulyadej oder Rama IX., der 1946 den Thron bestieg, gehören zu den meistverehrten Personen des Landes. Trotz verschiedener Unruhen in den vergangenen Jahren ist die Situation im Land stabil und die verschiedenen politischen Gruppierungen scheinen ihre Unstimmigkeiten gemeinsam lösen zu wollen. Mehr zu Bangkoks Geschichte erfahren Sie auf einer Tour, die im Phra Nakhon District beginnt, wo der Vorgänger von Rama IX. bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebte, als die königliche Residenz in den Chitralada-Palast am Rande der Stadt verlegt wurde. Der Große Palast und der Wat Phra Kaew mit seinen goldenen Stupas (Aufbewahrungsorte von buddhistischen Reliquien) und thailändischen Villas wurde 1782 erbaut und ist berühmt für seinen Smaragd-Buddha. Ganz in der Nähe gelegen ist der Wat Pho, ein weiterer majestätischer Tempelkomplex, der reich ist an verschiedenen kulturellen Schätzen, u.?a. einer 46 Meter langen und 15 Meter hohen, liegenden Buddha-Statue. Von hier aus ist es nur ein kurzer Weg zu Bangkoks Blumenmarkt, einem Labyrinth aus Arkaden und bunten Straßenständen, die sich über mindestens einen Kilometer hinweg erstrecken.

Weitere Attraktionen

Eine weitere Attraktion, die das alte Bangkok widerspiegelt, ist das Jim-Thompson-Haus, gebaut von einem amerikanischen Armeeangehörigen, der in Thailand sein Vermögen im Seidengeschäft machte, bevor er 1967 im Dschungel von Malaysia verschwand. Thompsons Residenz besteht aus sechs traditionellen Teakholzhäusern an einem Khlong und enthält zahlreiche thailändische Kunstobjekte und Antiquitäten. Eine weitere urbane Oase ist der Wimanmek-Palast im Dusit-

Distrikt, die ehemalige Residenz von König Rama V. Das gänzlich aus Teakholz ohne einen einzigen Nagel gefertigte Bauwerk enthält ebenfalls viele beeindruckende Kunstobjekte und antike Möbel, die zumeist aus dem späten 17. Jahrhundert stammen. Falls die Zeit reicht, empfehlen wir außerdem einen Besuch der schwimmenden Märkte von Damnoen Saduak. Mit ihren bunten Farben und exotischen Köstlichkeiten hinterlassen diese einen tiefen Eindruck auf jeden Besucher. Wer weniger besuchte Orte in Bangkok sucht, dem soll an dieser Stelle Thonburi auf der gegenüberliegenden Flussseite ans Herz gelegt sein – die von König Taksin vor Bangkok gegründete Hauptstadt. Der Besuch ist z.?B. mit einem überdachten Holzboot möglich (Bootsmiete: circa 75 US-Dollar pro Stunde, Steuermann inklusive). Stromaufwärts kommt man mit dem Boot an Bangkoks Chinatown, der größten chinesischen Siedlung in Asien außerhalb Chinas, vorbei. Angekommen am anderen Flussufer, können Sie durch beinahe touristenfreie Straßen wandeln, vorbei an Handwerksläden und religiösen Stätten, die die verschiedenen Wellen von Einwanderern hinterließen. Hier sehen Sie zum Beispiel die Kirche Santa Cruz, ein Überrest der ehemaligen portugiesischen Gemeinde und einen chinesischen Tempel, angefüllt mit Porzellandrachen, Buddha-Statuen, seidenen Wandteppichen und Steinlaternen. Sie kommen auch vorbei an einem Kick-Box-Ring, dem Veranstaltungsort einer der beliebtesten Sportarten Thailands. Kick-Box-Kämpfe können an den meisten Abenden in den beiden Hauptarenen Rajadumnen Stadium und Lumpini Stadium besucht werden. Zurück im Boot, können Sie den Haupt-Khlong Thonburis abfahren, der dem ursprünglichen Verlauf des Chao Phraya River folgt und flussabwärts von König Rama I. umgeleitet wurde. Dies ist eine Ecke, die Touristen nur selten jemals sehen. Kilometer um Kilometer stehen Teakholzhäuser am Flussufer nebeneinander, umgeben von dichten Gärten. Hinter Banyan-Bäumen ragen mannigfaltige Wats und goldene Stupas hervor. In Momenten wie diesen fühlt sich Bangkok tatsächlich an wie eine Stadt der Engel.

Erschienen in Rotary Magazin 10/2011

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