Distrikt 1950Rotary Aktuell

„Wir müssen Haltung zeigen“

von Matthias Gehler | 
 |  Lesezeit: 3 Minuten

Würzburg: 410 Teilnehmende wollten am 89. Mai bei der Distriktkonferenz in Veitshöchheim/Würzburg dabei sein

Mit einer Mischung aus Bilanz, gesellschaftlichen Debatten und rotarischer Gemeinschaft stand die Distriktkonferenz 2026 des Rotary Distrikts 1950 in Veitshöchheim/Würzburg ganz im Zeichen des Weltjahresmottos „Unite for Good“. Rotarierinnen und Rotarier, Rotaracter sowie zahlreiche Gäste kamen in den Mainfrankensälen zusammen, um auf das rotarische Jahr zurückzublicken und zugleich zu zeigen, dass Rotary auch vor aktuellen gesellschaftlichen Fragen nicht haltmacht.

Rückblick des Governors

Den Auftakt der Konferenz bildete der Rückblick von Governor Ekkehard Schippers. In seiner Bilanz zog er eine persönliche und zugleich gesellschaftsrelevante Schlussfolgerung aus seinem Amtsjahr. Rotary müsse Haltung zeigen – „nicht abwarten, nicht anpassen, sondern Verantwortung übernehmen“. Vielfalt, Offenheit und gegenseitiger Respekt seien keine abstrakten Begriffe, sondern Grundlage rotarischen Handelns. Deshalb habe der Distrikt auch die Position eines eigenen DEI-Beauftragten geschaffen.

Schippers erinnerte zugleich an zahlreiche Begegnungen im Distrikt: Intercity-Meetings, gemeinsame Projekte, Charterfeiern und persönliche Gespräche hätten gezeigt, wie lebendig und engagiert die Clubs seien. „Gerade die vielen Begegnungen haben mir noch einmal deutlich gemacht, wie wichtig persönliche Nähe, Austausch und gegenseitige Inspiration für unser rotarisches Miteinander sind“, sagte Schippers.

Der Governor machte dabei deutlich, dass Demokratie, Dialogfähigkeit und gesellschaftlicher Zusammenhalt nicht selbstverständlich seien. Rotary müsse deshalb Räume schaffen, in denen Menschen miteinander im Gespräch bleiben.

Ukraine-Hilfe und Jugendaustausch

Wie aktuell diese Fragen sind, zeigte auch der Festvortrag des Medienwissenschaftlers Martin Andree unter dem Titel „Game Over Democracy? Willkommen in der Digitalokratie“. Andree warnte vor der wachsenden Macht digitaler Plattformen und der zunehmenden Kontrolle über Informationsströme und öffentliche Wahrnehmung.

Einen breiten Raum nahm die Ukraine-Hilfe ein. Carola Schwank gab, im leider nun schon fünften Kriegsjahr, einen Überblick über die zahlreichen Unterstützungsprojekte. Mehr als elf Millionen Euro sind über Task Force und RDG ausgewiesen – direkte Hilfsprojekte der Clubs kommen noch hinzu. Über das Projekt „Kultur Convoi“ berichtete Carmen Höfflin. Aus einem Bunkerstudio in der Ukraine wurde zudem der Musiker Alex Mazitov zugeschaltet. Mit der Gitarre in der Hand berichtete er über die aktuelle Situation im Land und über die Bedeutung kultureller Projekte für die Menschen im Krieg. Er sang zwei Lieder mit großer Symbolträchtigkeit: Here comes the sun und Staying alive!

Einen besonderen Höhepunkt bildeten wie in jedem Jahr die Inbounds und Outbounds auf der Bühne – jene Jugendlichen, die über Rotary für kürzere oder längere Zeit im Ausland leben oder als Gäste nach Deutschland kommen.

In einer Postersession präsentierten Clubs zudem ihre sozialen, kulturellen und internationalen Projekte. Die Distriktkonferenz machte damit die große Bandbreite rotarischen Engagements sichtbar. Abschließend sagte Governor Ekkehard Schippers: „Wir müssen Haltung zeigen.“

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