„Das Geheimnis der Muskatnuss“ - Was ein kleines Gewürz über Globalisierung und wirtschaftliche Macht lehrt

Mit einer beeindruckenden Keynote-Rede setzte Dirk Radermacher das diesjährige Highlight beim Jahrestreffen des Distrikts 1930 in Renchen in der badischen Ortenau
Schon zum zweiten Mal in Folge hatte Governor Klaus Brodbeck in die Festhalle der Grimmelshausenstadt Renchen eingeladen. Nach dem unerwarteten Tod des amtierenden Governor Bernhard Stiefel hatte sein Vorgänger gemäß der rotarischen Satzung das Amt erneut übernommen und die Konferenz nochmals in seiner Heimatstadt organisiert. In einem bewegenden Nachruf erinnerte Klaus Brodbeck an Bernhard Stiefel und auch an die Pastgovernorin Ute Körner sowie den langjährigen Assistant-Governor Gerold Notdurft, von denen sich die rotarische Gemeinschaft in diesem Jahr verabschieden musste.
In seinem Jahresrückblick setzte Klaus Brodbeck den Schwerpunkt auf sein großes Anliegen der internationalen Verständigung. Sein Appell: Internationale Verständigung ist kein dekoratives Zusatzthema, sie gehört zum Kern des rotarischen Auftrags. Ausdrücklich dankte er dem Jugenddienst des Distrikts und ganz besonders Britta Nestler und Dirk Häfner, die gemeinsam mit vielen Engagierten eine bemerkenswerte Entwicklung im Distrikt angestoßen haben. So durften in diesem Jahr elf Austauschschülerinnen und Austauschschüler im Distrikt 1930 ihre Auslandsjahr verbringen.

Dann war es Zeit für die Keynote der Veranstaltung: Dirk Radermacher, ehemaliger Hauptgeschäftsführer von Kulinaria Deutschland, dem Fachverband der Gewürzindustrie – und Ehemann der künftigen deutschen Rotary-Direktorin Birgitta Radermacher. In seinem Vortrag „Das Geheimnis der Muskatnuss" nahm er die Teilnehmer mit auf eine spannende Reise durch die Geschichte des Gewürzhandels – von Bartolomeu Dias über Vasco da Gama bis zu Christoph Kolumbus, deren Entdeckungsfahrten im 15. Jahrhundert den globalen Seehandel begründeten. Die damalige Aufteilung der Welt zwischen Portugal und Spanien – besiegelt durch den Vertrag von Tordesillas – wirft unweigerlich die Frage auf, ob sich Geschichte in anderer Form wiederholt: Erinnert der Wettstreit der damaligen Seemächte nicht an die heutige Rivalität zwischen USA und China um Handelswege, Märkte und technologische Vorherrschaft? Geschichte wiederholt sich zwar nicht, doch ihre Muster scheinen zeitlos zu sein.
Die Diskussion zentraler rotarischer Themen in neun Breakout-Sessions brachte viele neue Ideen und Ansätze, die im neuen rotarischen Jahr gemeinsam zu Lösungen führen sollen. Mit der feierlichen Übergabe der Amtskette übertrug zum Abschluss der Konferenz Klaus Brodbeck das Amt des Governors im Distrikt 1930 an seinen Nachfolger Jörg Hochhausen. In seinem Governor- Jahr möchte dieser vor allem die Themen Bildung und Internationalität unterstützen. Seine Botschaft: Bildung stärkt Selbstvertrauen und gibt die Möglichkeit, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen. Und: Einstellungen und Positionen über Grenzen hinweg auszutauschen und eine gemeinsame Haltung zu entwickeln, hilft Kriege zu vermeiden und Konflikte zu lösen.
Große Ehre für Klaus Brodbeck
Auf der Distriktkonferenz in Renchen wurde Governor Klaus Brodbeck als Paul Harris Fellow mit drei Saphiren (PHF+3) geehrt – einer der höchsten Auszeichnungen bei Rotary International. Die Ehrung würdigt sein außergewöhnliches Engagement für Völkerverständigung und selbstlosen Dienst. Weit über den Distrikt hinaus setzt er sich seit Beginn des Ukraine-Krieges dafür ein, Solidarität in konkrete Hilfe umzusetzen. Als Vorsitzender aller Länderausschüsse in Deutschland sowie durch seine Mitgliedschaft bei CORE und im Satellitenclub Como Menaggio verbindet er Rotarier aus ganz Europa. Auch bei RYLA- und Rotary European Stars-Seminaren engagiert er sich für die Förderung junger Menschen. Mit seinem unermüdlichen Einsatz, seiner Tatkraft – und seiner Mundharmonika – begeistert Klaus Brodbeck Menschen für gemeinsame Ziele und verkörpert die rotarischen Ideale auf vorbildliche Weise.

































