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Distrikt

"E" ist die Zukunft

Distrikt -
Ungewohntes Publikum, auch für Governorin Christine Büring: Beim Hybrid-Meeting schaute und hörte neben den anwesenden Freundinnen und Freunden auch die Webcam zu. © Patrick Shaw

Kommunikation ist ein Grundpfeiler der rotarischen Idee. Ihre Digitalisierung ­öffnet neue Wege, aber auch Sackgassen

Patrick Shaw01.01.2017

Die „sozialen Netzwerke“ werden ihrem Namen selten gerecht. Dass sie trotzdem für gemeinnützige Zwecke taugen und auch digitale Meetings nicht gleich das Ende der rotarischen Freundschaft bedeuten, zeigten der Distriktbeirat und der E-Club of D 1950 beim „hybriden“ Governorbesuch in Hilpoltstein. „Hybrid“ bedeutet: Rund 30 Rotarier saßen an den Tischen, weitere sechs waren online zugeschaltet. Novum: Auch Teile der parallelen Beiratssitzung waren live im Netz zu sehen.

Neues auf vielen Kanälen
„Richtig ist, was ankommt“, lautete das Credo von Governor Christine Büring schon bei der Distriktkonferenz im Juni. Also sollten auch die Aktivitäten im Distrikt und die Prozes­se im Beirat bei den Mitgliedern „ankommen“. Das allerdings gelingt bisher nur teilweise.


Erfolgreich laufen die neuen Kommunikationskanäle. Allein der Facebook-Seite facebook.com/Rotary1950 folgen fast 600 Personen, weit über 3000 werden durch die monatlich knapp 30 Beiträge erreicht. Der Dis­trikt ist zudem bei Twitter und Instagram vertreten. Die Webseite rotary1950.net befindet sich allerdings noch im Umbau. Neues aus dem Distrikt ist deshalb derzeit eher beim Magazin unter rotary.de/distrikt/1950 zu finden.

Die erste live übertragene Beiratssitzung hielt indes nur bedingt, was sie versprochen hatte. „Zu wenig Einblick und Diskussion“, war mehrfach zu hören. Neben Informationen für die Clubs gab es über kon­troverse Themen aus der geschlossenen Sitzung lediglich eine stark komprimierte und gefilterte Zusammenfassung.

Hybrid-Treff in Dorfkneipe
Ein echtes Vorbild in Sachen „Rotary digital“ ist dagegen der E-Club 1950. Der Hybrid-Club pflegt seine „virtuelle und rea­le Freundschaft“ dreimal im Monat online und einmal ­rotierend an den Wohnorten der Mitglieder. Diese kommen aus ganz Süddeutschland, der Schweiz und China. Die Hälfte ist zwischen 30 und 40 Jahre alt, jedes siebte ist weiblich. „Wir sind ein frischer Club, der Rotary lebt und liebt“, betonte Präsident Wolfgang Schniske. Gerade für die Soforthilfe biete der E-Club ein schnelles, effizientes Netzwerk. Ein Erfolgsmodell der Freundschaftspflege sei die Online-Weinprobe, an der zuletzt mehr als 150 Personen teilnahmen. Aktuell plant der Club seinen ersten Global Grant mit einem Volumen von mindestens 75.000 Dollar.

„Man kann nirgends sonst so leicht beim Meeting dabei sein wie bei einem E-Club“, warb auch Kommunikationsbeirat Bernd Meidel für die ­digitale Zukunft. Neben Meetings und PR werde der Distrikt das Internet künftig auch als Datenbank und für „Webinare“ nutzen. „E ist die Zukunft“, so Governor Büring. Dass das Hybrid-­Meeting in einer urigen Dorfkneipe stattfand, bestätige sie aber auch darin, dass „wir physische Treffen genauso brauchen wie die elektronischen Mittel“.

Patrick Shaw
Patrick Shaw, Jahrgang 1975, war von 1997 bis 2001 Sanitätsoffizieranwärter der deutschen Luftwaffe und ist seit 2003 Redakteur der Nürnberger Nachrichten in den Landkreisen Roth und Weißenburg-Gunzenhausen. Er war Gründungsmitglied und Präsident des Rotaract Clubs Weißenburg, 2005/06 Rotaract-Distriktsprecher sowie von 2007 bis 2013 Assistant Governor und Rotaract-Beauftragter im Distrikt 1950. Von 2008 bis 2010 betreute er redaktionell den Mitgliederbrief der German Rotary Volunteer Doctors. Seit 2007 ist er Mitglied des Rotary Clubs Roth und war dort 2015/16 Präsident. Das Amt des Distrikt-Berichterstatters übt er seit 2016 aus.