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Distrikt

Mrs. International

Distrikt - Mrs. InternationalFotostrecke: Laura International
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Laura Ritter (24 Jahre) ist überzeugte Internationalistin. Mit Hilfe von Organisationen und Institutionen wie der Rotary Clubs war sie unter anderem in Taiwan, Costa Rica und Kolumbien. Ihr Heimatclub ist inzwischen der RC Freital.

Günter Morsbach01.11.2020

Nach ihrer Rückkehr aus dem Langzeitaustausch in Taiwan begann sie, sich bei Rotex, der rotarischen Jugendaustausch-Organisation, zu engagieren. Laura initiierte den "Rotex 1880 Quartals-Newsletter", den sie weiterhin betreut. Heute vertritt sie den Distrikt 1880 im Rotex Deutschlandrat.

Rotary Magazin: Wie kamst Du in Kontakt mit Rotary?

Bei einem sogenannten Abend der Begegnung in der Schule hatte ich die Gelegenheit, den Erfahrungsberichten von AustauschschülerInnen zu lauschen. Dort erzählten auch zwei Rotary-Austauschschülerinnen, die gerade aus den USA und Neuseeland zurückgekehrt waren, von ihren Erlebnissen. So erfuhr ich vom Rotary Youth Exchange Programme. Wenige Jahre später, im Sommer 2012, war es dann auch für mich so weit: Ich flog für ein Jahr nach Taiwan. Sieben Jahre ist es nun her, dass ich von meinem Auslandsjahr zurückgekehrt bin und noch immer erzähle ich mit strahlenden Augen von den Erlebnissen in meinem Gastland.

Du hast etliche Aufgaben innerhalb der Rotex-Organisationen übernommen, was hat Dich daran gereizt?

Nach meiner Rückkehr aus Taiwan wurde ich Teil von Rotex in meinem Heimatdistrikt 1880. Rotex ist eine Organisation, die eng mit dem Jugenddienst verbunden ist. Rotary Exchange Students, also ehemalige Teilnehmende des Jugendaustauschs, betreuen Inbounds, Outbounds und Rebounds (Austausch-Jugendliche) und leisten somit einen großen Beitrag zum Erfolg des Jugendaustauschs. Mit meinem Engagement bei Rotex wollte ich gern etwas zurückgeben, anderen Jugendlichen eine genauso einmalige wie prägende Erfahrung ermöglichen, wie ich sie erleben durfte. Ich bin der Überzeugung, dass der rotarische Jugendaustausch, die Erfahrung, in einem anderen Land und einer neuen Kultur zu leben, ebenso wie der Kontakt zu Jugendlichen aus aller Welt, einen essenziellen Beitrag zur internationalen Völkerverständigung leistet. Dieser Gedanke ist es bis heute, der mich motiviert, mich vielfältig für den Jugendaustausch einzusetzen.

Du vertrittst den Distrikt 1880 im Rotex Deutschlandrat. Welche Bedeutung hat diese Aufgabe für dich?

Rotex ist deutschlandweit in allen Distrikten vertreten. 2017 wurde Rotex Deutschland als Dachorganisation für alle Vereinigungen innerhalb Deutschlands gegründet. Seit Herbst 2019 vertrete ich unseren Distrikt im Rat. Die Kooperation auf nationaler Ebene ist in meinen Augen essentiell, um eine stetige Weiterentwicklung des Programms zu ermöglichen. Durch den Austausch mit anderen RotexerInnen im Deutschlandrat wurde ich beispielsweise dazu angeregt, ein sogenanntes Inbound Service Project in unserem Distrikt zu etablieren. So haben unsere AustauschschülerInnen im vergangenen Jahr zum ersten Mal ein gemeinnütziges Projekt auf die Beine gestellt und Kalender an FreundInnen und Verwandte verkauft. Der Erlös von 2.500 Euro kam einem sozialen Projekt in Leipzig zugute. Auch zu der Idee eines Newsletter wurde ich in dieser Runde angeregt. So haben wir nun die Möglichkeit, regelmäßig über unsere Arbeit zu berichten und distriktweit auf das Wirken von Rotex aufmerksam zu machen.


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© Laura Ritter

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Du hast sicher viele interessante Persönlichkeiten kennengelernt. Wer hat Dich besonders beeindruckt?

Schon vor meinem Austausch wusste ich, dass ich nach Ende des Auslandsjahres auch Teil von Rotex werden wollte. Grund dafür war unter anderem Lydia Tetzner, Mitgründerin und Initiatorin von Rotex in unserem Distrikt, deren Einsatzbereitschaft und Leidenschaft für den Rotary Youth Exchange mich als damals angehende Austauschschülerin sehr inspirierte. Als ich dann selbst zu Rotex kam, waren es vor allem Carola Kupfer vom RC Regensburg-Millennium, und Chairman Christof Furtwängler, die mich immer wieder aufs Neue beeindruckt haben, mit ihrer Fürsorge, dem unbedingten Willen, andere zu unterstützen und der schier endlosen Zeit und Energie, die sie in die Austauschprogramme investieren. Fasziniert war ich auch von der Gastfreundschaft und Offenheit, mit der meine taiwanesische Gastfamilie mich und unzählige anderen AustauschschülerInnen in ihr Haus und ihre Familie aufgenommen hat. Sie haben mir gezeigt, welche Bereicherung es ist, seine Türen und Arme für andere stets zu öffnen.

Vor einigen Tagen verlieh Dir der Governor des Distrikts 1880, Thomas Fink, den Paul-Harris-Fellow, eine hohe Auszeichnung der Rotary Organisation.

Die Verleihung des Paul-Harris-Fellows war für mich eine große Überraschung! Dass die Arbeit und das Engagement von Rotex auf so viel Anerkennung stößt, hat mich sehr gefreut. Denn ich fühle mich sehr geehrt, dass ich diese Auszeichnung empfangen durfte, aber ich habe sie stellvertretend für das Engagement aller Rotexer und Rotexerinnen des Distrikts erhalten. Rotex ist ein Gemeinschaftsprojekt und es ist die Mitwirkung und Passion eines jeden einzelnen, die zum Erfolg des Jugendaustauschs beitragen. Die Auszeichnung mit dem PHF bekräftigt mich in meinem Tun und ist Motivation und Aufforderung zugleich, mich auch künftig dafür einzusetzen, dass möglichst viele junge Menschen die unvergessliche Erfahrung als Rotary AustauschschülerInnen erleben dürfen.

Und wie geht's weiter?

Im Juli dieses Jahres habe ich mein Bachelor-Studium in International Relations and Management in Regensburg abgeschlossen. Seit dem 1. September absolviere ich als Stipendiatin des Carlo-Schmid-Programms ein Praktikum bei UNICEF in New York, oder besser gesagt, im Home Office in Deutschland. Im Rahmen des Praktikums setze ich mich dafür ein, dass UN-Volunteers und Praktikantinnen eine bestmögliche Zeit mit UNICEF erleben und die Ergebnisse  und Erfahrungen auf ihren weiteren Wegen mitnehmen, um andere zu inspirieren.  Mit der gleichen Begeisterung werde ich weiterhin meinen Aufgaben bei Rotex nachgehen und mich für die Stärkung der Rolle von Rotex innerhalb der rotarischen Familie engagieren.

Viel Glück, Laura!

Günter Morsbach
Günter Morsbach (RC Nürnberg) ist Publizist und seit 40 Jahren in der Medienbranche unternehmerisch tätig. Er ist Herausgeber der Onlinezeitung "Reitender Bote - die kürzeste Wochenzeitung der Welt". Dazu veröffentlichte er das Buch "Kleingeld, Kies und Dachstuhlbrand" mit 80 Geschichten aus dem Unternehmerleben. Seit Juli 2020 ist er Berichterstatter des Distrikts 1880.

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