Rotary Aktuell - „Digitales Verständnis stärken“

Deutsche Clubs könnten mehr Hands-on-Projekte auf die Beine stellen, meint Dorothee Strunz © Fotostudio Schwarzenbach/Lamilux

01.08.2017

Rotary Aktuell 

„Digitales Verständnis stärken“

Anne Klesse

Die Vorsitzende des Deutschen Governorrates, Dorothee Strunz, über den Rotary-Nachwuchs, internationale Projekte und ihre Ziele für das rotarische Jahr 2017/18

Frau Dr. Strunz, Sie sind in diesem rotarischen Jahr die Vorsitzende des Deutschen Governorrates (DGR). Wie verstehen Sie dieses Amt, und was erwarten Sie sich von den nächsten Monaten?

Der DGR ist ein freiwilliger Zusammenschluss der amtierenden Governors und Governors elect aus dem deutschsprachigen Raum. Seit 1955 wird dort das gemacht, was heute ja sehr modern ist: Networking, das heißt durch Erfahrungsaustausch und intensive Zusammenarbeit Potenziale aufspüren für dis­triktübergreifende Themen und Aktionen. Es werden Empfehlungen und Anregungen erarbeitet für die Arbeit auf Distrikt- und Clubebene. Die Aufgabe des DGR besteht überdies darin, mittel- oder langfristige Gefahren für die erfolgreiche rotarische Arbeit in Deutschland zu erkennen. Der DGR muss also  gewissermaßen einen „Zukunftsradar“ unterhalten, der neue gesellschaftliche, technologische, aber auch Rotary-interne Entwicklungen identifiziert und thematisiert. Ich erwarte daher spannende und vielfältige Diskussionen auf den anstehenden Tagungen und Ausschusssitzungen.

Haben Sie sich bestimmte Ziele für das rotarische Jahr 2017/18 gesetzt?

Ja. Durch den jährlichen Ämterwechsel bei Rotary wird sehr vieles immer wieder von vorne begonnen und das „Rad neu erfunden“.  Das bedingt teilweise unübersichtliche und schwerfällige Strukturen. Wir haben bereits in den vergangenen beiden Jahren stark daran gearbeitet, die Transparenz, Effizienz und Nachhaltigkeit der rotarischen Arbeit zu verbessern. Daran gilt es weiterzuarbeiten. Organisatorische Festlegungen und digitale Technik helfen uns hier. Gerade aber die IT und der Wunsch der Rotarier in Deutschland nach der Nutzung von „smart data“ und allen möglichen endgerätefähigen Anwendungen stellen uns auch vor Herausforderungen. Moderne Softwarelösungen kosten nicht nur viel Geld, sondern brauchen auch eine Organisation, die plant, ausschreibt, ausführt und das Projekt-Controlling übernimmt. Darin sehe ich durchaus Herausforderungen, aber wir sind auf einem guten Weg.

Das Thema „Wie sieht die Kommunikation der Rotarier untereinander im digitalen Zeitalter künftig aus?“ wird uns weiter stark beschäftigen. Inwieweit müssen wir uns den sozialen Medien stellen? Welche Rolle müssen wir hier spielen als Rotary? 

Ein weiteres Ziel für mich ist, die Zusammenarbeit mit der rotarischen Jugend noch stärker auszubauen. Nicht nur weil es junge Menschen sind, die das digitale Verständnis in unsere Clubs bringen können. Manche Clubs beklagen, dass sie auf Mitgliedschaftsanfragen mehr Absagen als Zusagen erhalten. Wir sehen uns einer nachwachsenden jungen Generation gegenüber, die nicht nur in anderen Netzwerken unterwegs ist, sondern die auch in anderer Weise als frühere Generationen von der Sinnhaftigkeit eines Engagements bei Rotary überzeugt werden will. Den jüngeren Menschen geht es sehr häufig um wirkungsvolle Projektarbeit, attraktive Kontakte in einem funktionierenden Netzwerk, aber natürlich auch um gelebte Werte und Orientierung, was Rotary Clubs in hervorragender Weise bieten können. 

Rotaract und Rotex in der Zusammenarbeit stärker zusammenzuführen und Synergien vor Ort besser zu nutzen, ist ein weiteres Ziel von mir. Ich könnte mir vorstellen, dass mit vereinten Kräften der Nachwuchsorganisationen auch ein digitales Netzwerk aufgebaut werden könnte, das den jungen Menschen weltweit Kontakte und Freundschaftsangebote vermitteln könnte. 

Ein ganz wichtiges Ziel für dieses Jahr ist schließlich eine wirksame Unterstützung der RI Convention 2019 in Hamburg. Hier muss es uns gelingen, dass alle deutschen Clubs diese als „ihre“ Convention ansehen. Wünschenswert wäre, dass alle Clubs ihre jährliche Ausflugsfahrt dorthin machen, wenn möglich, mit dem eigenen Partnerclub.

Und welche Ziele hat die amtierende Governorcrew?

Sie wird sich insbesondere engagieren für die Baumaktion Ian Riseleys und für das wichtige Ziel, mehr junge Menschen und mehr Frauen für die Rotary Clubs zu gewinnen. Außerdem steht im Fokus die Stärkung der Jugendarbeit (Peace Fellows, Rotaract, Austausch) und des Gemeindienstes national und international sowie die Stärkung der Clubs überhaupt.

Erschienen in Rotary Magazin 8/2017

Anne Klesse
Anne Klesse war viele Jahre lang Redakteurin der Welt-Gruppe (Die Welt, Welt am Sonntag, Welt Kompakt, Berliner Morgenpost) in Berlin und arbeitet seit 2015 freiberuflich als Journalistin für Print und Online. Für das Rotary Magazin führt sie unter anderem regelmäßig Entscheider-Interviews. www.anneklesse.de

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