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Projekt vor Ort

21 Himbeerfarmen sichern Grundeinkommen

Projekt vor Ort - 21 Himbeerfarmen sichern Grundeinkommen
2012 wurde hier erstmals ausgepflanzt © Walter Mayer, RC Wiener Neustadt

In Srebrenica sollen Himbeerfarmen ein gesichertes Grundeinkommen ermöglichen. Rotary ist der ideale Partner für die Anschubfinanzierung

Heinrich Marchetti-Venier15.09.2014

Das Schicksal der Frauen von Srebrenica ist bekannt, die 1995 durch Krieg und Terror mehr als 8000 Männer und Söhne verloren haben. Wie in der Region ein zukunftssicherer wirtschaftlicher Aufschwung eingeleitet werden sollte, war lange Zeit ein ungelöstes Problem. Der Anbau von Himbeeren, denen Boden und Klima hier ein besonderes Aroma verleihen, war die Idee des RC Srebrenica und soll nun auch Rotary-weit Wellen schlagen. Die Umsetzung wurde vor zwei Jahren begonnen, weiterentwickelt und ist praktisch grenzenlos ausbaufähig, wenn es nach den Vorstellungen des Projektverantwortlichen Walter Mayer (RC Wiener Neustadt) geht. Mit einer rotarischen Anschubfinanzierung kann sich eine vierköpfige Familie neben einer kleinen Landwirtschaft eine Himbeerfarm einrichten und damit ein abgesichertes Grundeinkommen erwirtschaften.

Weitere Paten gesucht

21 Himbeerfarmen sind bis jetzt finanziert, wobei sich folgende Clubs beteiligt haben: Wiener Neustadt (Leading Club), Klosterneuburg, Zwettl, Weinviertel-Marchfeld, Baden, Bruck-Neusiedl, Tulln, Weiz, Graz-Umgebung-Nord, Bruck/Mur, Oberes Murtal, Wien-Stephansplatz, Wien-Mozart (alle 1910), Rosenheim (1840), Menden (1900) mit insgesamt vier Farmen und zuletzt mit 5000 Euro Gmunden (1920). Für eine substanzielle Unterstützung der Ärmsten wäre es wichtig, doppelt so viele Farmen zu haben. Jede Farm kostet 1500 Euro, um 1400 Setzlinge und ein Bewässerungssystem auf Dauer zu betreiben. Himbeeren vermehren sich ja von selbst. Nützlich war es, neben einem Kühlhausplatz auch einen Pick-up zu beschaffen und nach Bosnien und Herzegowina zu bringen, was dem Leading Club gelungen ist. Assistent Governor Kerstin Stava führt Verkaufsgespräche mit deutschen Obstverarbeitern, die dem Projekt sehr positiv gegenüberstehen.

Kontakt für eine Patenschaft für eine Himbeerfarm: walter.mayer.wn@aon.at

Heinrich Marchetti-Venier

DDr. Heinrich Marchetti-Venier wurde in Oberösterreich geboren. Nach dem Abitur nahm er ein Studium des Lehramtes sowie der Geistes- und Naturwissenschaften an den Universitäten Salzburg auf, es folgten die Stationen, Wien, München, Bochum, Turin, Strasbourg und Washington. Anfangs Tätigkeit in der Raumordnung, später als Historiker und Privat-Gutachter sowie Autor. Er hatte lange Zeit das Amt des Distriktberichters für die österreichischen Distrikte D 1910 und 1920 inne. Heinrich Marchetti-Venier starb im November 2015.